Die Coro­na-Kri­se for­dert uns in vie­len Lebens­be­rei­chen her­aus. Fami­li­en müs­sen die Berufs­tä­tig­keit, die Betreu­ung der Kin­der und den Haus­halt mana­gen. Die sozia­len Kon­tak­te und Betreu­ungs­mög­lich­kei­ten sind sehr ein­ge­schränkt und wich­ti­ge Bezugs­per­so­nen sind im Moment häu­fig nur tele­fo­nisch erreich­bar. Auch für Allein­ste­hen­de und älte­re Men­schen ändert sich auf­grund der Kon­takt­be­schrän­kun­gen und feh­len­den Frei­zeit­mög­lich­kei­ten eini­ges. Sor­gen um die Zukunft kön­nen den All­tag zusätz­lich erschwe­ren. Der ver­ant­wor­tungs­vol­le Alko­hol­kon­sum ist gera­de jetzt von Bedeu­tung. Der Alko­hol­kon­sum soll­te nicht dazu die­nen, die Stim­mung zu heben oder sor­gen­freie Momen­te zu erle­ben.

In den kom­men­den Wochen möch­ten wir Ihnen des­halb Acht­sam­keits­übun­gen vor­stel­len. Die­se Übun­gen kön­nen dabei unter­stüt­zen, die täg­li­chen Her­aus­for­de­run­gen mit mehr Gelas­sen­heit und inne­rer Stär­ke anzu­neh­men und ihr Gedan­ken­krei­sen zur Ruhe zu brin­gen.

Acht­sam­keit bedeu­tet, unse­ren Kör­per, unse­re Gedan­ken, unse­re Gefüh­le, unser Han­deln und die Sachen um uns her­um bewusst und mit allen Sin­nen wahr­zu­neh­men — und das gan­ze ohne Bewer­tung. Sie las­sen den Moment zu und auch wie­der los. Sie neh­men den Moment wahr, wie er gera­de ist.

6. Die heu­ti­ge Acht­sam­keits­übung ist dem Sehen gewid­met.
Wie sieht Ihr Lieb­lings­platz aus? Was sehen Sie sich im Früh­ling am liebs­ten an? Auch bei die­ser Übung kön­nen Sie zur Ruhe kom­men und ganz bei sich selbst sein, wenn Sie Ihre Auf­merk­sam­keit auf das Sehen rich­ten.

Wenn Sie die Natur mögen, kön­nen Sie sich wie­der einen unge­stör­ten, schö­nen Ort suchen. Dies­mal viel­leicht mit einer Bank oder einem Baum, an dem Sie sich anleh­nen kön­nen. Wenn Sie es sich bequem gemacht haben, schau­en Sie sich ganz in Ruhe in der Umge­bung um. Was sehen Sie? Wie weit kön­nen Sie bli­cken? Wel­che Far­ben sehen Sie? Rich­ten Sie Ihre Auf­merk­sam­keit ganz auf das Sehen.
Alter­na­tiv kön­nen Sie sich einen Gegen­stand aus­su­chen, den Sie jeden Tag nut­zen. Zum Bei­spiel Ihr Schlüs­sel oder Ihr Porte­mon­naie oder Ihre Uhr. Sehen Sie sich den Gegen­stand inten­siv an. Betrach­ten Sie den Gegen­stand für ein paar Minu­ten aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven. Wie sind die Mate­ria­li­en, For­men und Grö­ßen­ver­hält­nis­se?

Vgl. Engel­mann, B. (2012): Posi­ti­ve Psy­cho­lo­gie. Acht­sam­keit, Glück, Mut. Beltz Ver­lag, Wein­heim.