Akti­ons­tag am 11.09.2021: Tag der Wohnungslosen
Frau­en­be­ra­tungs­stel­le des Dia­ko­ni­schen Werks Teck­len­burg und SkF Ibben­bü­ren bie­ten Bera­tung für Frau­en in Notsituationen

Gewalt in der Fami­lie oder der Part­ner­schaft ist neben Armut ein wich­ti­ger Aus­lö­ser von Woh­nungs­lo­sig­keit bei Frau­en. Nur weni­ge Frau­en leben offen sicht­bar auf der Stra­ße. Sie bemü­hen sich oft lan­ge Zeit, ihre Woh­nungs­lo­sig­keit zu ver­de­cken, über­nach­ten bei Freun­den und Bekann­ten. Zum Tag der Woh­nungs­lo­sen am 11. Sep­tem­ber wol­len die Frau­en­be­ra­tungs­stel­le Dia­ko­ni­schen Werks Teck­len­burg und der Sozi­al­dienst katho­li­scher Frau­en Ibben­bü­ren auf die pre­kä­re Situa­ti­on von woh­nungs­lo­sen Frau­en auf­merk­sam machen. Bei­de Anlauf­stel­len bie­ten Bera­tung für Frau­en in Not­si­tua­tio­nen an.

Foto von Kat Jay­ne via Pexels

Woh­nungs­lo­se Frau­en sind in der Regel weni­ger sicht­bar, als woh­nungs­lo­se Män­ner, da vie­le Frau­en ver­su­chen, ihre pre­kä­re Situa­ti­on der Außen­welt gegen­über so lan­ge wie mög­lich zu ver­ber­gen. Das bedeu­tet jedoch kei­nes­falls, dass Woh­nungs­lo­sig­keit für Frau­en kein Pro­blem dar­stellt – ganz im Gegen­teil: „Etwa ein Drit­tel der woh­nungs­lo­sen Men­schen in Deutsch­land sind Frau­en“, berich­tet Gabrie­le And­re­sen vom SkF in Ibben­bü­ren. Dabei sind laut der Exper­tin vor allem Gewalt in der Fami­lie oder Part­ner­schaft ein wich­ti­ger Fak­tor, eben­so wie Arbeits­lo­sig­keit und dar­aus resul­tie­ren­de Armut. Um einer gewalt­tä­ti­gen Bezie­hung zu ent­flie­hen und nicht auf der Stra­ße schla­fen zu müs­sen, kom­men vie­le Frau­en bedarfs­wei­se bei Freun­den oder Bekann­ten unter. „Dabei bege­ben sich Frau­en jedoch häu­fig in unge­woll­te Abhän­gig­kei­ten. In vie­len Fäl­len wird die Not und Schutz­lo­sig­keit der Frau­en aus­ge­nutzt: Für einen Schlaf­platz wird eine Gegen­leis­tung erwar­tet, die die Frau­en nicht frei­wil­lig anbie­ten wür­den“, erklärt Agnes Denk­ler von der Frau­en­be­ra­tungs­stel­le in Rhei­ne. Um Frau­en in Not­si­tua­tio­nen zur Sei­te zu ste­hen und sie bei der Suche nach einer geeig­ne­ten Woh­nung zu unter­stüt­zen, koope­rie­ren die bei­den Ange­bo­te im Kreis Stein­furt. Von Gewalt betrof­fe­ne Frau­en erhal­ten Bera­tung und psy­cho­so­zia­le Unter­stüt­zung bei der Frau­en­be­ra­tungs­stel­le des Dia­ko­ni­schen Werks Teck­len­burg. Wird zudem eine Unter­brin­gung der Frau­en benö­tigt, ver­mit­teln die Mit­ar­bei­te­rin­nen an das Frau­en­haus der Dia­ko­nie in Rhei­ne. Der SkF bie­tet neben der All­ge­mei­nen Sozi­al­be­ra­tung nicht nur Unter­stüt­zung bei der Suche nach einer neu­en Woh­nung, son­dern eben­falls ein Wohn­haus für Frau­en in Not­si­tua­tio­nen. Die Zusam­men­ar­beit der Bera­tungs­stel­len soll betrof­fe­nen Frau­en eine Mög­lich­keit bie­ten, sich aus der fami­liä­ren Kon­flikt­si­tua­ti­on und auch aus finan­zi­el­ler Abhän­gig­keit zu lösen und einen Neu­an­fang zu wagen.

Vie­le Frau­en, die unse­re Unter­stüt­zung in Anspruch neh­men, ste­hen vor gro­ßen Ver­mitt­lungs­hemm­nis­sen bei der Woh­nungs­su­che“, erklärt Gabrie­le And­re­sen. Laut der Exper­tin bezie­hen vie­le Rat­su­chen­de SGB-Leis­tun­gen, haben nur einen Mini­job oder wei­sen nega­ti­ve Schufa-Ein­trä­ge auf. Zudem haben es allein­er­zie­hen­de Frau­en mit Kin­dern bei der Woh­nungs­su­che beson­ders schwer. Um den Frau­en eine neue Per­spek­ti­ve zu bie­ten, unter­stüt­zen die Mit­ar­bei­te­rin­nen des SkF beim Aus­fül­len von Anträ­gen, hel­fen bei der Arbeits- und Woh­nungs­su­che und beim Umgang mit Behörden.

SkF Ibben­bü­ren:
Tel.: 05451 / 9686 0
Email: wohnungsnotfallhilfe@skf-ibbenbueren.de

Frau­en­be­ra­tungs­stel­le:
Tel.: 05971 / 8007370
Email: frauenberatung@dw-te.de