Start­hil­fe für jun­ge Men­schen aus 38 Nationen:
Bun­des­mi­nis­te­rin Anja Kar­li­c­zek besucht Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst Lengerich

Teck­len­bur­ger Land. Anläss­lich des Akti­ons­ta­ges der Jugend­mi­gra­ti­ons­diens­te besuch­te CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Anja Kar­li­c­zek, die auch Bun­des­mi­nis­te­rin für Bil­dung und For­schung ist, am ver­gan­ge­nen Frei­tag den Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst (JMD) des Dia­ko­ni­schen Werks Teck­len­burg. Valen­ti­na Stel­mach und Bar­ba­ra Schon­schor vom Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst prä­sen­tier­ten die Arbeit der Bera­tungs­stel­le für jun­ge Migrant*innen und Geflüch­te­te, im Anschluss an das Gespräch berich­te­ten drei jun­ge Geflüch­te­te im Gespräch mit der Minis­te­rin über ihre Erfah­run­gen in Deutsch­land. „Inte­gra­ti­on kann ohne Bil­dung nicht funk­tio­nie­ren. Der Bund unter­stützt daher Inte­gra­ti­on mit gro­ßen Maß­nah­men­pa­ke­ten – vom Deutsch­ler­nen bis hin zur Auf­nah­me einer Aus­bil­dung oder eines Stu­di­ums“, begrün­de­te die CDU-Poli­ti­ke­rin ihr Inter­es­se an der Tätig­keit des JMD.

Der Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst in Len­ge­rich ist häu­fig die ers­te Anlauf­stel­le für jun­ge Migrant*innen und Geflüch­te­te im Alter von 12 bis 27 Jah­ren im Teck­len­bur­ger Land. Sie spre­chen 36 ver­schie­de­ne Spra­chen und gehö­ren 38 ver­schie­de­nen Natio­nen an, die meis­ten stam­men aus Syri­en und dem Irak, mehr als ein Drit­tel der Rat­su­chen­den sind zudem Arbeitsmigrant*innen oder ihre Kin­der aus Ost­eu­ro­pa. So unter­schied­lich wie die Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen, die Bera­tung und Hil­fe suchen, sind auch die The­men, die sie beschäf­ti­gen: Eine Schu­le oder einen Deutsch­kurs zu fin­den, Bewer­bun­gen für Prak­ti­ka, Aus­bil­dungs- oder Arbeits­plät­ze zu schrei­ben, Aner­ken­nung von Zeug­nis­sen aus dem Her­kunfts­land zu bean­tra­gen und Fra­gen zur Ein­bür­ge­rung oder Brie­fe von Behör­den zu ver­ste­hen. All die­se Anlie­gen ver­su­chen Valen­ti­na Stel­mach und Bar­ba­ra Schon­schor vom Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst zu klä­ren, zudem beglei­ten sie die Rat­su­chen­den zu Behör­den­gän­gen, ver­mit­teln an pas­sen­de Ein­rich­tung und arbei­ten eng mit Schu­len und ande­ren Insti­tu­tio­nen zusam­men, erfuhr die Poli­ti­ke­rin. Durch die Coro­na-Pan­de­mie lag im letz­ten Jahr der Schwer­punkt der Rat­su­chen­den vor allen in der Aus­bil­dungs­platz- und Arbeits­su­che, ver­stärkt dadurch, dass die Bewer­bungs­zen­tren der Job­cen­ter über einen län­ge­ren Zeit­raum geschlos­sen waren. „Vie­le Jugend­li­che haben Anfangs Schwie­rig­kei­ten, auf Deutsch zu tele­fo­nie­ren und oder eine voll­stän­di­ge Bewer­bung auf Deutsch zu ver­fas­sen. Sie haben meist gro­ße Pro­ble­me, ihre Inter­es­sen zu ver­fol­gen und sind dem­entspre­chend auf Unter­stüt­zung durch die Bera­tungs­stel­len ange­wie­sen“, berich­tet Valen­ti­na Stel­mach im Gespräch mit Anja Kar­li­c­zek. Auch der Sprach­er­werb durch Inte­gra­ti­ons­kur­se, wel­che im letz­ten Jahr kaum statt­ge­fun­den haben, wur­de durch die Pan­de­mie zuneh­mend erschwert.

Im Dia­log mit der amtie­ren­den Bun­des­mi­nis­te­rin Kar­li­c­zek berich­te­ten drei Jugend­li­che von ihren Sor­gen, aber auch von den gro­ßen Chan­cen, die ihnen ein Leben in Deutsch­land nun ermög­licht: Kari­na A. ist zusam­men mit ihrer Fami­lie nach Deutsch­land geflüch­tet. Nach­dem ihre Schu­le in Syri­en durch den Krieg zer­stört wur­de, baut sich Kari­na nun in Deutsch­land eine Zukunft auf. Seit ihrer Kind­heit möch­te sie schon Innen­ar­chi­tek­tin wer­den und arbei­tet ambi­tio­niert an ihrem Traum. „Für mich bie­tet Deutsch­land eine zwei­te Chan­ce fürs Leben“, erzählt Kari­na freu­de­strah­lend. The­kran K. war­tet der­zeit auf die Zusa­ge für einen Inte­gra­ti­ons­kurs. Auch er ist moti­viert und freut sich dar­auf, im Anschluss sein Stu­di­um in Müns­ter wei­ter­füh­ren zu kön­nen. Auch Heba A. ist 2011 mit ihrer Fami­lie aus Syri­en geflüch­tet. Trotz ihrer zwei klei­nen Kin­der hat sie mit Hil­fe des Jugend­mi­gra­ti­ons­diens­tes einen Schul­ab­schluss nach­ho­len kön­nen und beginnt im August nun ihre Aus­bil­dung als Fach­in­for­ma­ti­ke­rin, ihr Mann befin­det sich bereits in einer Aus­bil­dung als Dach­de­cker. Die drei jun­gen Erwach­se­nen befin­den sich dank der Hil­fe des Jugend­mi­gra­ti­ons­diens­tes auf einem guten Aus­bil­dungs­weg. Dass jun­ge Migrant*innen und Geflüch­te­te in Deutsch­land aus­ge­bil­det und geför­dert wer­den, ist Anja Kar­li­c­zek ein beson­de­res Anlie­gen. Durch den Fach­kräf­te­man­gel und die Erschlie­ßung neu­er Arbeits­be­rei­che, beson­ders im IT-Sek­tor, habe Deutsch­land ein gro­ßes Poten­ti­al, wel­ches genutzt wer­den müs­se. „Die Berufs­aus­bil­dun­gen in Deutsch­land bie­ten ein qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ges Aus­bil­dungs­sys­tem, wel­ches Theo­rie und Pra­xis ver­eint. Zudem kann im Anschluss an eine Aus­bil­dung ein Stu­di­um an einer Hoch­schu­le absol­viert wer­den – mit einem Abschluss haben die Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen alle Mög­lich­kei­ten, sich in Deutsch­land zu ver­wirk­li­chen“, betont Anja Kar­li­c­zek. Dabei sei die Beglei­tung durch Mentor*innen von gro­ßer Bedeu­tung. Bera­tungs­stel­len wie der Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst in Len­ge­rich bie­ten eine Start­hil­fe für jun­ge Migrant*innen und Geflüch­te­te und tra­gen somit aktiv zu einer geleb­ten Inte­gra­ti­on bei.

Kon­takt:
Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst Lengerich
Valen­ti­na Stelmach
Stet­ti­ner Stra­ße 25, 49525 Lengerich
Tel: 0178/3888691, Email: jmd@dw-te.de

 

v.l. obe­re Rei­he: Valen­ti­na Stel­mach (JMD), Bar­ba­ra Schon­schor (JMD), Kari­na A. , The­kran K. , Elke Rog­gen­land (CDU) vl. unte­re Rei­he: Dirk Hoff­mann (DW Teck­len­burg), Bri­git­te Lysk (Päd. Lei­tung JMD), Ste­fan Zim­mer­mann (Vor­stand DW Teck­len­burg), Anja Kar­li­c­zek (CDU), Heba A.