Am 27.08.2020 bie­tet der dia­ko­ni­sche Betreu­ungs­ver­ein in Rhei­ne einen Infor­ma­ti­ons­abend zum The­ma ehren­amt­li­cher Betreu­er wer­den an. Der Infor­ma­ti­ons­abend ist für alle ehren­amt­li­che Betreu­er und Inter­es­sier­te. Die Ver­an­stal­tung beginnt um 18:30 Uhr im Gemein­de­haus der Kir­chen­ge­mein­de Jako­bi, Müns­ter­stra­ße 54 in Rhei­ne.
“Betreu­ung” im Sin­ne des Betreu­ungs­ge­set­zes ist die gesetz­li­che Ver­tre­tung von Men­schen, die auf­grund von Krank­heit oder Behin­de­rung ihre Ange­le­gen­hei­ten vor­über­ge­hend bezie­hungs­wei­se dau­er­haft nicht selbst regeln kön­nen. Die Ver­tre­tung, wenn es nicht mehr „Allei­ne“ geht.

Im all­täg­li­chen Leben kann die­se Situa­ti­on ein­tre­ten, dass jemand die Hil­fe ande­rer benö­tigt. Wie im Bei­spiel der Frau L. Sie ist acht­zig Jah­re alt und lei­det an einer Alz­hei­mer Erkran­kung. Sie lebt allei­ne und hat kei­ne Ange­hö­ri­gen, die sich um sie küm­mern. Immer häu­fi­ger ver­legt sie ihre Kon­to­aus­zü­ge, hat kei­nen Über­blick mehr über ihre monat­li­chen Ein­nah­men und Aus­ga­ben. Das Lesen fällt ihr schwer. Sie ver­säumt, ihre Mie­te und Neben­kos­ten zu über­wei­sen. Als die ers­ten Mah­nun­gen ein­ge­hen, reagiert sie kopf­los und panisch. Da sie auch kei­nen Über­blick mehr hat, was sie an Lebens­mit­teln benö­tigt, ist auch ihre Ver­sor­gung nur noch unge­nü­gend. Der letz­te Arzt­be­such liegt lan­ge zurück.

Dies wäre eine klas­si­sche Situa­ti­on, in der ein ehren­amt­li­cher Betreu­er hel­fen und unter­stüt­zen kann. Er könn­te Frau L. behilf­lich sein, Ange­le­gen­hei­ten mit dem Ver­mie­ter, Ener­gie­ver­sor­ger, Zei­tungs­ver­lag etc. zu orga­ni­sie­ren und zu regeln. Es geht nicht dar­um, die per­sön­li­che Pfle­ge und Ver­sor­gung der Frau L. zu über­neh­men, son­dern viel­mehr die­se zu orga­ni­sie­ren und sicher zu stel­len.

Die Bestel­lung eines Betreu­ers hat grund­sätz­lich kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die Geschäfts­fä­hig­keit des Betreu­ten. Das heißt, der Betreu­te kann im Rechts­ver­kehr teil­neh­men und Ver­trä­ge abschlie­ßen.

Ein Betreu­er fun­giert als eine Art „ehren­amt­li­cher Anwalt“. Er ver­tritt die recht­li­chen Inter­es­sen sei­nes Betreu­ten. Die Auf­ga­ben­be­rei­che sind unter ande­rem die Gesund­heits­für­sor­ge, Ver­tre­tung gegen­über Behör­den und Insti­tu­tio­nen, Ver­mö­gens­sor­ge sowie die Woh­nungs­an­ge­le­gen­hei­ten. Die Auf­ga­ben­be­rei­che wer­den vom Betreu­ungs­ge­richt fest­ge­legt. Betreu­er wer­den vom Betreu­ungs­ge­richt kon­trol­liert. Drit­te oder Ange­hö­ri­ge haben die Mög­lich­keit, ihre Anmer­kun­gen und Beschwer­den beim Betreu­ungs­ge­richt ein­zu­rei­chen. Das Gericht muss dann den Hin­wei­sen nach­ge­hen.

Das Betreu­ungs­ge­setz regelt die gesetz­li­che Betreu­ung, es hat das alte Vor­mund­schafts- und Pfleg­schafts­recht abge­löst. Durch das neue Gesetz wird die Ehren­amt­lich­keit bei der Über­nah­me von Betreu­un­gen beson­ders betont. Der Dia­ko­ni­sche Betreu­ungs­ver­ein hat sich seit 25 Jah­ren zum Ziel gesetzt, inter­es­sier­te Ehren­amt­li­che für die­se Auf­ga­be zu gewin­nen und in ihrer prak­ti­schen Tätig­keit zu unter­stüt­zen und zu beglei­ten. Auch bereits täti­ge Betreuer/Innen erhal­ten die­se Unter­stüt­zung durch den Betreu­ungs­ver­ein.

Aus die­sem Grund bie­tet der Dia­ko­ni­sche Betreu­ungs­ver­ein am Frei­tag, den 27.08.2020 einen Infor­ma­ti­ons­abend für ehren­amt­li­che Betreuer/Innen und Inter­es­sier­ten an. An die­sem Abend wird die Auf­ga­be eines Betreu­ers, und die Arbeit des Dia­ko­ni­schen Betreu­ungs­ver­ei­nes vor­ge­stellt. Eine Anmel­dung ist erfor­der­lich.

Für wei­te­re Infor­ma­tio­nen ste­hen die Mit­ar­bei­ter des Dia­ko­ni­schen Betreu­ungs­ver­ei­nes Rhei­ne ger­ne zur Ver­fü­gung. Sie errei­chen die Mit­ar­bei­ter unter der Ruf­num­mer 05971/8007490 oder per Email unter betreuungsverein-rheine@dw-te.de.