Akti­ons­tag zur Besei­ti­gung von Gewalt gegen Frau­en

Dia­ko­ni­sches Werk Teck­len­burg betei­ligt sich an Akti­ons­tag zur Besei­ti­gung von Gewalt gegen Frau­en am 25. Novem­ber

Gewalt gegen Frau­en wird immer noch zu häu­fig igno­riert oder baga­tel­li­siert – und genau des­halb spre­chen Betrof­fe­ne nicht über das Erleb­te. „Lei­der erle­ben Betrof­fe­ne immer wie­der, dass Ange­hö­ri­ge, Freun­de, Fach­kräf­te und Behör­den ihre Aus­sa­gen anzwei­feln, ihnen eine (Teil-) Schuld unter­stel­len oder die Taten ver­harm­lo­sen. So tra­gen sie unge­wollt zur Auf­recht­erhal­tung der Gewalt bei“, erklärt Manue­la Klei­ne von der Frau­en­be­ra­tungs­stel­le des Dia­ko­ni­schen Werks Teck­len­burg. „Fakt ist aber“, so Klei­ne wei­ter, „dass 90% der Täter ganz genau wis­sen, was sie tun, dass die Aus­sa­gen der Betrof­fe­nen wahr sind und Gewalt eine Straf­tat ist.“ Unter dem Mot­to „Wir bre­chen das Schwei­gen!“ betei­li­gen sich die Frau­en­be­ra­tungs­stel­le und die Fach­be­ra­tungs­stel­le gegen sexua­li­sier­te Gewalt des Dia­ko­ni­schen Werks Teck­len­burg am inter­na­tio­na­len Akti­ons­tag gegen Gewalt an Frau­en.

Anfang die­sen Monats wur­de die aktu­el­le poli­zei­li­che Kri­mi­nal­sta­tis­tik zur (Ex-) Part­ner­schafts­ge­walt 2019 ver­öf­fent­licht und die Zah­len sind scho­ckie­rend: Im Jahr 2019 wur­de fast jeden drit­ten Tag eine Frau durch die Tat ihres (Ex-) Part­ners getö­tet. Alle 45 Minu­ten wur­de eine Frau in Deutsch­land durch ihren (Ex-) Part­ner ver­letzt oder ange­grif­fen. Vier von fünf von Gewalt in der Part­ner­schaft betrof­fe­ne Per­so­nen sind Frau­en. Seit 2015 stei­gen die Fäl­le von Gewalt an Frau­en in Part­ner­schaf­ten ste­tig an. Die bekannt­ge­wor­de­nen Straf­ta­ten rei­chen dabei von Stal­king und Bedro­hung über kör­per­li­che Angrif­fe und Ver­ge­wal­ti­gung bis hin zu Tot­schlag oder Mord(-versuchen). Die meis­ten die­ser Straf­ta­ten fin­den in der eige­nen Woh­nung der Opfer und somit im Ver­bor­ge­nen statt, wes­halb Expert*innen davon aus­ge­hen, dass 75–80 Pro­zent der Fäl­le gar nicht akten­kun­dig wer­den. „Die betrof­fe­nen Frau­en trau­en sich häu­fig nicht, Anzei­ge zu erstat­ten, sei es zum Bei­spiel aus Scham, Angst vor wei­te­rer Gewalt oder finan­zi­el­ler Abhän­gig­keit“, erläu­tert Ria Mes­ter von der Fach­be­ra­tungs­stel­le gegen sexua­li­sier­te Gewalt.

Die Mit­ar­bei­te­rin­nen in Rhei­ne wol­len betrof­fe­nen Frau­en und Mäd­chen Mut machen und zei­gen, dass sie nicht allei­ne sind. Sie bera­ten, unter­stüt­zen und beglei­ten Frau­en aus dem gesam­ten Kreis Stein­furt auf ihrem Weg in ein selbst­be­stimm­tes und gewalt­frei­es Leben. Das Ange­bot ist kos­ten­los und auf Wunsch anonym.

Kon­takt:
Frau­en­be­ra­tungs­stel­le
Müns­ter­mau­er 3, 48431 Rhei­ne
Tel.: 05971/800 73 70
Mail: frauenberatungsstelle@dw-te.de

Fach­be­ra­tungs­stel­le gegen sexua­li­sier­te Gewalt
Müns­ter­stra­ße 48, 48431 Rhei­ne
Tel.: 05971/ 800 92 92
Mail: fachberatung-gewalt@dw-te.de


Unter dem Mot­to “Schwei­gen bre­chen!” betei­li­gen sich Mit­ar­bei­ten­de aus allen Berei­chen des Dia­ko­ni­schen Werks und Geschäfts­füh­rer Ste­fan Zim­mer­mann an der Akti­on des Hil­fe­te­le­fons zum Akti­ons­tag gegen Gewalt an Frau­en:

Vir­tu­el­ler Eltern­abend: Social Media und Teen­ager

Ein­la­dung zum vir­tu­el­len Eltern­abend: „Sozia­le Netz­wer­ke und Com­pu­ter­spie­le bei 12–16-Jährigen in Zei­ten von Coro­na

Len­ge­rich. Die Bera­tungs­stel­le Sucht des Dia­ko­ni­schen Werks Teck­len­burg ver­an­stal­tet am 03.12. 2020 einen vir­tu­el­len Eltern­abend zur Medi­en­nut­zung und Medi­en­er­zie­hung von Jugend­li­chen im Alter von 12–16 Jah­ren.

© by Sara Kur­fess

Jugend­li­che kön­nen Stun­den damit ver­brin­gen, Fotos und Vide­os über Whats­App zu tau­schen, kur­ze Vide­os zu dre­hen oder online zu zocken. Ein Leben ohne Smart­pho­ne, Lap­top oder Kon­so­le kön­nen sich vie­le nicht mehr vor­stel­len. Bedingt durch die Coro­na-Pan­de­mie und den damit ein­her­ge­hen­den Kon­takt­be­schrän­kun­gen nut­zen Jugend­li­che ihr Smart­pho­ne, Lap­top und die Kon­so­le sogar noch häu­fi­ger. Hier als Eltern den Über­blick zu behal­ten, fällt nicht immer leicht.

Was macht mein Kind im Netz? Über wel­che Gefah­ren soll­te ich mit mei­nem Kind spre­chen? Wel­che Regeln sind wich­tig? Wie kann ich sinn­voll beglei­ten und not­falls auch ein­grei­fen?

An unse­rem Eltern­abend erhal­ten Sie Ein­bli­cke in die Fas­zi­na­ti­on der digi­ta­len Lebens­welt Ihres Kin­des, kön­nen einen kla­ren Blick für mög­li­che Pro­ble­me ent­wi­ckeln und Ihre per­sön­li­che Medi­en­kom­pe­tenz erwei­tern.

Die Bera­tungs­stel­le Sucht in Len­ge­rich orga­ni­siert für Sie eine vir­tu­el­le Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung, in der Ihnen die Medi­en­päd­ago­gen Leo Cres­nar und Wil­helm Rin­schen Fra­gen zur Medi­en­er­zie­hung beant­wor­ten.

Das Ange­bot ist für Sie kos­ten­los und wird durch die Eltern­in­itia­ti­ve Eltern und Medi­en ermög­licht. Teil­neh­men kön­nen Sie ganz ent­spannt von zu Hau­se aus. Sie benö­ti­gen nur einen Com­pu­ter, Tablet oder Smart­pho­ne und eine Inter­net­ver­bin­dung. 

Wann:
03.12.2020 um 19:30 Uhr

Wo:
Vor Ihrem Lap­top, Tablet oder Smart­pho­ne, bequem von zu Hau­se aus!

Teil­nah­me:
Zur Teil­nah­me am vir­tu­el­len Eltern­abend sen­den Sie bit­te bis zum 02.12.2020 unter Anga­be Ihres Namens eine form­lo­se Email an:
suchtberatung@dw-te.de
Sie erhal­ten spä­tes­tens am Tag der Ver­an­stal­tung einen Link zum Online-Raum sowie das Pass­wort.

Bera­tung für Eltern mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen

Wenn Sprach­lo­sig­keit das Fami­li­en­le­ben beherrscht.

Wenn Eltern an einer psy­chi­schen Erkran­kung lei­den, beein­träch­tigt die­se nicht nur die Eltern, auch ihre Kin­der sind viel­fäl­ti­gen Belas­tun­gen aus­ge­setzt. Wird die elter­li­che Erkran­kung früh­zei­tig erkannt und gelingt eine bedarfs­ge­rech­te Unter­stüt­zung der Fami­li­en, erhö­hen sich die Chan­cen der Kin­der auf ein gesun­des Auf­wach­sen. Fach­kräf­te der Bera­tungs­stel­le für Eltern, Kin­der und Jugend­li­che des Dia­ko­ni­schen Werks Teck­len­burg kön­nen betrof­fe­nen Fami­li­en Unter­stüt­zung und Bera­tung bie­ten.

©Jack­son Sim­mer

Leben Kin­der mit einem psy­chisch erkrank­ten Eltern­teil zusam­men, dann geht dies häu­fig mit Ängs­ten und Sor­gen ein­her. Hier­bei stel­len sich den Kin­dern vie­le Fra­gen, die durch ihr Umfeld oft­mals unbe­ant­wor­tet blei­ben. Betrof­fe­ne Eltern füh­len sich in ihren Erzie­hungs­kom­pe­ten­zen oft ein­ge­schränkt und unsi­cher. Häu­fig besteht auch Unsi­cher­heit dar­über, wie sie ihr Kind rich­tig und behut­sam über die Erkran­kung infor­mie­ren sol­len: Wie fin­de ich die rich­ti­gen Wor­te, ohne das Kind zu über­for­dern? Wel­che Ange­hö­ri­gen in unse­rem Umfeld kön­nen uns als Fami­lie unter­stüt­zen? Wer kann mir bzw. uns als Fami­lie hel­fen?

Einer der wich­tigs­ten Schutz­fak­to­ren für ein gesun­des Auf­wach­sen der Kin­der ist eine alters- und ent­wick­lungs­an­ge­mes­se­ne Krank­heits­auf­klä­rung. Die Bera­tungs­stel­le für Eltern, Kin­der und Jugend­li­che des Dia­ko­ni­schen Wer­kes Teck­len­burg e.V. in Len­ge­rich bie­tet u.a. Bera­tung für Fami­li­en mit einem psy­chisch erkrank­ten Eltern­teil an und kann da anset­zen, wo Eltern viel­leicht die rich­ti­gen Wor­te feh­len.

Kon­takt­da­ten:
Bera­tungs­stel­le für Eltern, Kin­der und Jugend­li­che
Stet­ti­ner Stra­ße 25
49525 Len­ge­rich
Tel.: 05481 / 30542 — 40
Email: erziehungsberatung@dw-te.de

UNER­HÖRT! — Kam­pa­gne der Dia­ko­nie mit neu­en Moti­ven

Die neu­en Moti­ve der UNER­HÖRT! – Kam­pa­gne der Dia­ko­nie Deutsch­land set­zen auch in Zei­ten von Coro­na auf Zuge­hö­rig­keit durch Zuhö­ren. Die neu­en Moti­ve „UNER­HÖRT! die­se Jugend­li­chen“ und „UNER­HÖRT! die­se Ein­sa­men“ len­ken die Auf­merk­sam­keit auf zwei wei­te­re Per­so­nen­grup­pen, denen aktu­ell nur wenig Gehör und Auf­merk­sam­keit geschenkt wird. Seit dem 20. Okto­ber sind die neu­en Moti­ve als mar­kan­te vio­let­te Groß­flä­chen­pla­ka­te wie­der im öffent­li­chen Raum zu fin­den.

©Sarah Spit­zer / Dia­ko­nie Deutsch­land

Dia­ko­nie-Prä­si­dent Ulrich Lilie: Auf­ge­reg­te Debat­ten über „die Jugend von heu­te“, die sich ver­meint­lich lie­ber zu Par­tys trifft, statt sich an die Coro­na-Regeln zu hal­ten, nüt­zen nie­man­dem. Sie schü­ren eine ungu­te Stim­mung und füh­ren zu einer Neu­auf­la­ge des Mär­chens vom Virus der Ent­so­li­da­ri­sie­rung zwi­schen den Genera­tio­nen.

UNER­HÖRT! Die­se Jugend­li­chen‘ erin­nert dar­an, dass Jugend­li­che immer wie­der und erst Recht in Zei­ten zahl­rei­cher Ein­schrän­kun­gen das Gehör der Gesell­schaft brau­chen. Umge­kehrt braucht die Gesell­schaft das Know-how aller Genera­tio­nen, auch das der Jugend, um trag­fä­hi­ge Ant­wor­ten auf kom­ple­xe unse­rer Zeit zu fin­den. Von der hohen digi­ta­len Kom­pe­tenz und Sen­si­bi­li­tät in Sachen Nach­hal­tig­keit vie­ler enga­gier­ter Jugend­li­cher kön­nen alle pro­fi­tie­ren.“, so der Dia­ko­nie-Prä­si­dent.

©Sarah Spit­zer / Dia­ko­nie Deutsch­land

Das The­ma Ein­sam­keit betrifft alle Genera­tio­nen und wird durch die zum Schutz vor Coro­na getrof­fe­nen Maß­nah­me noch ver­stärkt. Ulrich Lilie: „Ein­sam­keit ist eine immer noch unter­schätz­te Volks­krank­heit mit vie­len Facet­ten und Gesich­tern: Nicht nur alte Men­schen ver­ein­sa­men auf­grund der Kon­takt­be­schrän­kun­gen, auch Allein­er­zie­hen­den fehlt oft die Zeit für sozia­le Kon­tak­te und für erstaun­lich vie­le Jugend­li­che wird Ein­sam­keit zu einem Pro­blem, aus dem sie ohne Hil­fe nicht her­aus­fin­den. ‚UNER­HÖRT! die­se Ein­sa­men‘ gibt einen Anstoß, sozi­al iso­lier­te Mit­men­schen wahr­zu­neh­men, ihren Geschich­ten zuzu­hö­ren und so den mit­ten unter uns Ver­ein­sa­men­den die Tür für mehr Mit­men­schen zu öff­nen.

© Text: Ste­phan Röger, Dia­ko­nie Deutsch­land


Vie­le Men­schen haben heu­te das Gefühl, nicht gehört zu wer­den. Sie füh­len sich an den Rand gedrängt in einer immer unüber­sicht­li­che­ren Welt, in der das Tem­po steigt und Gerech­tig­keit auf der Stre­cke zu blei­ben droht. Doch jede Lebens­ge­schich­te hat ein Recht dar­auf, gehört zu wer­den.
Die Dia­ko­nie-Kam­pa­gne UNER­HÖRT! gibt eben die­sen Men­schen eine Stim­me.
Hier kön­nen Sie sich die Audio-Geschich­ten der UNER­HÖR­TEN anhö­ren:
Audio Geschich­ten 

Mit­glie­der­ver­samm­lung stellt Wei­chen für die Zukunft des Dia­ko­ni­schen Wer­kes im evan­ge­li­schen Kir­chen­kreis Teck­len­burg

Kir­chen­kreis Teck­len­burg. Wie in jedem Jahr hat­te das Dia­ko­ni­sche Werk sei­ne Mit­glie­der zu einer Mit­glie­der­ver­samm­lung ein­ge­la­den – die­ses Jahr mit einem ganz beson­de­ren Schwer­punkt: Der Vor­stand hat in den letz­ten Mona­ten in Zusam­men­ar­beit mit dem Dia­ko­ni­schen Werk Stein­furt-Coes­feld-Bor­ken neue Stra­te­gien ent­wi­ckelt, um sich den Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft ange­mes­sen stel­len zu kön­nen. In der Mit­glie­der­ver­samm­lung wur­de die­ses Kon­zept nun vor­ge­stellt und die wei­te­re Bear­bei­tung zur Abstim­mung gestellt.

Das Jahr 2020 war mit eini­gen Her­aus­for­de­run­gen ver­bun­den, die es vor allem in Bezug auf die Coro­na-Pan­de­mie zu meis­tern galt. „Coro­na als neue Her­aus­for­de­rung hat vie­le Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten in Fra­ge gestellt“ resü­mier­te Ste­fan Zim­mer­mann, geschäfts­füh­ren­der Vor­stand des Dia­ko­ni­schen Werks. Um die­sen ange­mes­sen ent­ge­gen tre­ten zu kön­nen, wur­de ein Kri­sen­stab aus ins­ge­samt acht Mit­ar­bei­ten­den unter­schied­li­cher Abtei­lun­gen gegrün­det. „Basie­rend auf den Erkennt­nis­sen aus dem Kri­sen­stab haben wir in regel­mä­ßi­gen Abstän­den eine Coro­na-Infor­ma­ti­on ver­sen­det, um alle Mit­ar­bei­ten­den des Wer­kes schnell und trans­pa­rent über neue Ent­wick­lun­gen zu infor­mie­ren — aber auch, um offe­ne Fra­gen zu klä­ren und die Ängs­te und Unsi­cher­hei­ten im Umgang mit dem Virus zu neh­men.“ Im Zuge des­sen sprach Zim­mer­mann allen Mit­ar­bei­ten­den des Wer­kes sei­nen größ­ten Dank aus: „Sie waren und sind für die Schwächs­ten da und haben die Ver­sor­gung unse­rer Klient*innen auch in der Coro­na-Pan­de­mie gewähr­leis­tet. Sie sind unse­re All­tags­hel­den, dafür möch­te ich mich im Namen des Dia­ko­ni­schen Wer­kes herz­lich bei Ihnen allen bedan­ken.“

Ost Zimmermann NassTrotz all der Hin­der­nis­se 2020 kann das Dia­ko­ni­sche Werk vol­ler Stolz auf ein erfolg­rei­ches Geschäfts­jahr 2019 zurück­bli­cken. „Unser Werk steht gut da, es herrscht ein posi­ti­ves Arbeits­kli­ma und wir konn­ten vie­le neue Mit­ar­bei­ten­de dazu­ge­win­nen“, bemerk­te Zim­mer­mann. Per­so­nell gab es seit der letz­ten Mit­glie­der­ver­samm­lung kei­ne Ände­run­gen auf der Füh­rungs­ebe­ne, ledig­lich struk­tu­rell ist eine klei­ne Ver­än­de­rung zu bemer­ken: Jür­gen Nass, der theo­lo­gi­sche Vor­stand des Wer­kes, hat Anfang des Jah­res sei­nen Ruhe­stand in der Kran­ken­haus­seel­sor­ge ange­tre­ten. Sein Ver­spre­chen, auch über den Ruhe­stand hin­aus noch für das Vor­stands­amt zu Ver­fü­gung zu ste­hen, hat er gehal­ten. Herr Nass ist nun haupt­amt­lich mit einer Vier­tel Stel­le als theo­lo­gi­scher Vor­stand tätig.

Auch wirt­schaft­lich kann das Dia­ko­ni­sche Werk posi­tiv in die Zukunft bli­cken. So bestä­tig­te der gewähl­te Wirt­schafts­prü­fer Wern­her Schwarz dem Werk eine „sehr soli­de Ver­mö­gens­struk­tur“ und fäll­te nach der Prü­fung des Jah­res­ab­schlus­ses ein posi­ti­ves Gesamt­ur­teil. Das Dia­ko­ni­sche Werk hat in den letz­ten Jah­ren ein star­kes Wachs­tum zu ver­zeich­nen, wobei die Füh­rungs­struk­tur dem Wachs­tum nicht ange­passt wer­den konn­te. Um die Zukunfts­fä­hig­keit des Dia­ko­ni­schen Wer­kes Teck­len­burg auch wei­ter­hin sicher­zu­stel­len, wur­de der Mit­glie­der­ver­samm­lung ein Kon­zept zur Fusi­on mit dem Dia­ko­ni­schen Werk Stein­feld-Coes­feld-Bor­ken vor­ge­stellt und eine wei­te­re Arbeit an dem Zusam­men­schluss in Abstim­mung gestellt. „Dia­ko­nie im west­li­chen Müns­ter­land und Teck­len­bur­ger Land – kurz Dia­ko­nie WesT e.V.“ – soll die Koope­ra­ti­on bei­der Wer­ke dann zukünf­tig hei­ßen.

Der ein­stim­mi­ge Beschluss der Mit­glie­der bestä­tig­te die Arbeit der Vor­stän­de bei­der Wer­ke: „Wir freu­en und bedan­ken uns ganz herz­lich für Ihr Ver­trau­en und bli­cken vol­ler Zuver­sicht auf die wei­te­re Zusam­men­ar­beit mit dem Dia­ko­ni­schen Werk Stein­furt-Coes­feld-Bor­ken“, sag­te André Ost, Vor­sit­zen­der des Ver­wal­tungs­ra­tes unter Applaus.

Ehren­amt­li­cher Betreu­er wer­den — Eine ver­ant­wor­tungs­vol­le Auf­ga­be und Her­aus­for­de­rung

Am 27.08.2020 bie­tet der dia­ko­ni­sche Betreu­ungs­ver­ein in Rhei­ne einen Infor­ma­ti­ons­abend zum The­ma ehren­amt­li­cher Betreu­er wer­den an. Der Infor­ma­ti­ons­abend ist für alle ehren­amt­li­che Betreu­er und Inter­es­sier­te. Die Ver­an­stal­tung beginnt um 18:30 Uhr im Gemein­de­haus der Kir­chen­ge­mein­de Jako­bi, Müns­ter­stra­ße 54 in Rhei­ne.
“Betreu­ung” im Sin­ne des Betreu­ungs­ge­set­zes ist die gesetz­li­che Ver­tre­tung von Men­schen, die auf­grund von Krank­heit oder Behin­de­rung ihre Ange­le­gen­hei­ten vor­über­ge­hend bezie­hungs­wei­se dau­er­haft nicht selbst regeln kön­nen. Die Ver­tre­tung, wenn es nicht mehr „Allei­ne“ geht.

Im all­täg­li­chen Leben kann die­se Situa­ti­on ein­tre­ten, dass jemand die Hil­fe ande­rer benö­tigt. Wie im Bei­spiel der Frau L. Sie ist acht­zig Jah­re alt und lei­det an einer Alz­hei­mer Erkran­kung. Sie lebt allei­ne und hat kei­ne Ange­hö­ri­gen, die sich um sie küm­mern. Immer häu­fi­ger ver­legt sie ihre Kon­to­aus­zü­ge, hat kei­nen Über­blick mehr über ihre monat­li­chen Ein­nah­men und Aus­ga­ben. Das Lesen fällt ihr schwer. Sie ver­säumt, ihre Mie­te und Neben­kos­ten zu über­wei­sen. Als die ers­ten Mah­nun­gen ein­ge­hen, reagiert sie kopf­los und panisch. Da sie auch kei­nen Über­blick mehr hat, was sie an Lebens­mit­teln benö­tigt, ist auch ihre Ver­sor­gung nur noch unge­nü­gend. Der letz­te Arzt­be­such liegt lan­ge zurück.

Dies wäre eine klas­si­sche Situa­ti­on, in der ein ehren­amt­li­cher Betreu­er hel­fen und unter­stüt­zen kann. Er könn­te Frau L. behilf­lich sein, Ange­le­gen­hei­ten mit dem Ver­mie­ter, Ener­gie­ver­sor­ger, Zei­tungs­ver­lag etc. zu orga­ni­sie­ren und zu regeln. Es geht nicht dar­um, die per­sön­li­che Pfle­ge und Ver­sor­gung der Frau L. zu über­neh­men, son­dern viel­mehr die­se zu orga­ni­sie­ren und sicher zu stel­len.

Die Bestel­lung eines Betreu­ers hat grund­sätz­lich kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die Geschäfts­fä­hig­keit des Betreu­ten. Das heißt, der Betreu­te kann im Rechts­ver­kehr teil­neh­men und Ver­trä­ge abschlie­ßen.

Ein Betreu­er fun­giert als eine Art „ehren­amt­li­cher Anwalt“. Er ver­tritt die recht­li­chen Inter­es­sen sei­nes Betreu­ten. Die Auf­ga­ben­be­rei­che sind unter ande­rem die Gesund­heits­für­sor­ge, Ver­tre­tung gegen­über Behör­den und Insti­tu­tio­nen, Ver­mö­gens­sor­ge sowie die Woh­nungs­an­ge­le­gen­hei­ten. Die Auf­ga­ben­be­rei­che wer­den vom Betreu­ungs­ge­richt fest­ge­legt. Betreu­er wer­den vom Betreu­ungs­ge­richt kon­trol­liert. Drit­te oder Ange­hö­ri­ge haben die Mög­lich­keit, ihre Anmer­kun­gen und Beschwer­den beim Betreu­ungs­ge­richt ein­zu­rei­chen. Das Gericht muss dann den Hin­wei­sen nach­ge­hen.

Das Betreu­ungs­ge­setz regelt die gesetz­li­che Betreu­ung, es hat das alte Vor­mund­schafts- und Pfleg­schafts­recht abge­löst. Durch das neue Gesetz wird die Ehren­amt­lich­keit bei der Über­nah­me von Betreu­un­gen beson­ders betont. Der Dia­ko­ni­sche Betreu­ungs­ver­ein hat sich seit 25 Jah­ren zum Ziel gesetzt, inter­es­sier­te Ehren­amt­li­che für die­se Auf­ga­be zu gewin­nen und in ihrer prak­ti­schen Tätig­keit zu unter­stüt­zen und zu beglei­ten. Auch bereits täti­ge Betreuer/Innen erhal­ten die­se Unter­stüt­zung durch den Betreu­ungs­ver­ein.

Aus die­sem Grund bie­tet der Dia­ko­ni­sche Betreu­ungs­ver­ein am Frei­tag, den 27.08.2020 einen Infor­ma­ti­ons­abend für ehren­amt­li­che Betreuer/Innen und Inter­es­sier­ten an. An die­sem Abend wird die Auf­ga­be eines Betreu­ers, und die Arbeit des Dia­ko­ni­schen Betreu­ungs­ver­ei­nes vor­ge­stellt. Eine Anmel­dung ist erfor­der­lich.

Für wei­te­re Infor­ma­tio­nen ste­hen die Mit­ar­bei­ter des Dia­ko­ni­schen Betreu­ungs­ver­ei­nes Rhei­ne ger­ne zur Ver­fü­gung. Sie errei­chen die Mit­ar­bei­ter unter der Ruf­num­mer 05971/8007490 oder per Email unter betreuungsverein-rheine@dw-te.de.