Coro­na-Stress im Bezie­hungs­le­ben: Tipps aus dem Dia­ko­nie-Bera­tungs­zen­trum

Das Coro­na­vi­rus nimmt einen immer grö­ße­ren Ein­fluss auf unser aller Leben. Die Schu­len und Kitas sind bereits geschlos­sen. Vie­le Fir­men schi­cken ihre Mit­ar­bei­ter ins Home­of­fice oder in die Kurz­ar­beit. Aus­gangs­sper­ren, Qua­ran­tä­ne, geschlos­se­ne Frei­zeit­ein­rich­tun­gen, nicht enden wol­len­de furcht­ba­re Nach­rich­ten – wir alle sind in die­sen Zei­ten ganz beson­de­ren psy­chi­schen Belas­tun­gen aus­ge­setzt. Die Sor­ge und die Angst beherr­schen der­zeit unser Leben in lan­ge nicht gekann­ter Art und Wei­se. Unse­re Psy­che hat sich schon längst an den extrem anste­cken­den „Emo­kok­ken“ Angst, Unsi­cher­heit, Hilf­lo­sig­keit usw. infi­ziert. Die Angst vor Erkran­kung, vor Arbeits­platz­ver­lust, die Sor­ge um die wirt­schaft­li­che Exis­tenz und zuneh­men­der emo­tio­na­ler Stress im sozia­len Zusam­men­le­ben wir­ken wie emo­tio­na­le Viren, eben als “Emo­kok­ken”. Gegen das rea­le Virus kön­nen wir etwas tun: Abstand hal­ten, Hän­de waschen, wenig Kon­tak­te zu unse­ren Mit­men­schen zulas­sen. Doch, wie kön­nen wir unse­re Psy­che des­in­fi­zie­ren? Was kön­nen wir tun, um uns gegen eine “Emo­kok­ken­in­fek­ti­on” zu schüt­zen?

Als Erzie­hungs­be­ra­tungs­stel­le wer­den wir oft gefragt, was Sie als Eltern tun kön­nen, damit Ihre Kin­der heil durch die­se Zeit kom­men. Min­des­tens eben­so wich­tig fin­den wir es jedoch, auch Sie als Eltern, als Part­ner und als Erwach­se­ne in den Blick zu neh­men und mit Ihnen zu über­le­gen, was Sie wider­stands­fä­hig in die­ser Kri­se wer­den lässt. Was lädt Ihren Akku auf? Wel­che Kraft­quel­len ste­hen Ihnen zur Ver­fü­gung – selbst in die­sen merk­wür­di­gen Zei­ten?

Wir sind der Überzeu­gung, wenn Sie sta­bil blei­ben, hilft das nicht nur Ihnen sel­ber, son­dern ganz unmit­tel­bar auch Ihren Kin­dern. Denn Ihre Kin­der brau­chen Eltern, die in die­ser schwe­ren Zeit Ori­en­tie­rung geben, Sta­bi­li­tät ver­mit­teln und für einen guten Tages­rhyth­mus sor­gen.

Und, wenn Sie sta­bil blei­ben hilft das nicht zuletzt auch Ihrer Part­ner­schaft. Denn auch Ihre Part­ner­schaft will in die­ser Zeit „ver­sorgt“ wer­den. Auch Ihre Bezie­hung ist gro­ßem Stress aus­ge­setzt und braucht in die­sen Zei­ten eine beson­de­re Pfle­ge – bei­der­sei­tig wohl­ge­merkt. Unse­re grund­le­gen­den Bedürf­nis­se nach Sicher­heit, Auto­no­mie und Bezie­hung wer­den ja ins­be­son­de­re in unse­ren Lie­bes-Bezie­hun­gen gelebt. In unse­rer Bezie­hung kön­nen wir Sicher­heit erfah­ren, Bin­dung erle­ben und uns den­noch als eigen­stän­di­ge Wesen füh­len (Auto­no­mie). Ein gut funk­tio­nie­ren­des Bezie­hungs­le­ben ist daher gera­de jetzt, in Zei­ten des Aus­geh­ver­bo­tes, des Home­of­fice und der Qua­ran­tä­ne – wenn der Lager­kol­ler droht – beson­ders hilf­reich.

Für alle Fra­gen die­ser Art ste­hen wir Ihnen in der Bera­tungs­stel­le für Eltern, Kin­der und Jugend­li­che auch wei­ter­hin kom­pe­tent und ver­läss­lich mit unse­rem Bera­tungs­an­ge­bot zur Ver­fü­gung.
Kon­tak­tie­ren Sie uns ger­ne unter 05481 / 3054240!”

Ihr Team der Bera­tungs­stel­le für Eltern, Kin­der und Jugend­li­che

Coro­na-Kri­se: Sucht­hil­fe in beson­ders schwie­ri­gen Zei­ten

Bera­tungs­stel­le Sucht im Dia­ko­nie-Bera­tungs­zen­trum wei­ter­hin erreich­bar

Len­ge­rich. Durch die Coro­na-Kri­se ver­än­dert sich für vie­le Men­schen plötz­lich der Tages­ab­lauf und die außer­ge­wöhn­li­che Situa­ti­on stellt uns alle vor neue Her­aus­for­de­run­gen. Doch wel­che Aus­wir­kun­gen hat die Coro­na-Kri­se auf Men­schen mit einer Such­ter­kran­kung? „Sie kön­nen hier­von ganz beson­ders betrof­fen sein“, weiß Ulla Voß-Jou­bert von der Bera­tungs­stel­le Sucht in Len­ge­rich. So fin­den vie­le Ter­mi­ne und frei­zeit­struk­tu­rie­ren­de Ange­bo­te nicht mehr statt und sozia­le Kon­tak­te sol­len ver­mie­den wer­den. „Dies führt zur Ein­sam­keit und alte Ver­hal­tens­mus­ter kön­nen sich zurück­mel­den“, weiß die Diplom-Sozi­al­päd­ago­gin. Aber auch bei Fami­li­en­mit­glie­dern könn­ten Fra­gen in Bezug auf den Sucht­mit­tel­kon­sum und den Umgang dazu ent­ste­hen. „Gera­de, wenn es zu ver­mehr­tem Trin­ken kommt oder sich Rück­fäl­le abzeich­nen.“

Die Bera­tungs­stel­le Sucht kann zur­zeit kei­ne per­sön­li­chen Kon­tak­te anbie­ten. Auch die Ange­bo­te wie das Café mit Aus­sicht — der Früh­stücks­treff und das Offe­ne Wohn­zim­mer fin­den nicht mehr statt. „Für man­che Betrof­fe­ne ent­fällt ein Stück Ver­läss­lich­keit und Regel­mä­ßig­keit“, ist sich Voß-Jou­bert sicher. „Unser Team der Bera­tungs­stel­le ist den­noch ansprech­bar.“ So wür­den die bereits ver­ein­bar­ten Ter­mi­ne in Tele­fon­kon­tak­te umge­wan­delt. Auch neue Gesprächs­ter­mi­ne könn­ten so ver­ein­bart wer­den. Auf Wunsch sind die Bera­te­rin­nen und Bera­ter auch per Mail erreich­bar. „Die Betrof­fe­nen kön­nen so mit uns in Ver­bin­dung blei­ben und ihre Sor­gen und Anlie­gen bespre­chen. Dies kann zur Sta­bi­li­sie­rung bei­tra­gen.“

Die Bera­tungs­stel­le Sucht hat dafür auch die Tele­fon­sprech­zei­ten aus­ge­wei­tet. Mon­tags bis don­ners­tags ist die Bera­tungs­stel­le von 9 bis 16.30 Uhr und frei­tags von 9 bis 13 Uhr unter 05481 3054280 erreich­bar. Betrof­fe­ne kön­nen sich selbst­ver­ständ­lich auch per Mail an suchtberatung@dw-te.de mel­den. Voß-Jou­bert: „Dazu noch ein Hin­weis in eige­ner Sache: Wenn die Kol­le­gin­nen im Gespräch sind, springt der Anruf­be­ant­wor­ter an. Las­sen Sie sich davon nicht irri­tie­ren und hin­ter­las­sen Sie bit­te Ihre Tele­fon­num­mer und Ihren Namen. Wir mel­den uns schnellst­mög­lich bei Ihnen zurück.“ Die Gesprä­che sind selbst­ver­ständ­lich ver­trau­lich und kos­ten­los. „Egal wie groß oder klein das Pro­blem erscheint: Unser Team der Bera­tungs­stel­le Sucht berät Sie ger­ne“, betont Ulla Voß-Jou­bert.

Fach­be­ra­tungs­stel­le gegen sexua­li­sier­te Gewalt hilft Frau­en und Mäd­chen seit einem Jahr in Rhei­ne

Rhei­ne. Es ist kein neu­es Phä­no­men, aber eines, das in den letz­ten Jah­ren zuneh­mend in den Fokus der Öffent­lich­keit gerückt ist: Frau­en und Mäd­chen, die in der Öffent­lich­keit „ange­macht“ oder ver­bal sexu­ell beläs­tigt, die unge­wollt ange­fasst oder gar ver­ge­wal­tigt wer­den — und unter den Fol­gen die­ser Über­grif­fe zum Teil mas­siv lei­den. Hil­fe fin­den die­se Opfer bereits seit einem Jahr bei Ria Mes­ter und Agnes Denk­ler von der Fach­be­ra­tungs­stel­le gegen sexua­li­sier­te Gewalt des Dia­ko­ni­schen Werks in Rhei­ne. Die Fach­be­ra­tungs­stel­le gegen sexua­li­sier­te Gewalt gibt es seit dem 1. April 2019. Sie ergänzt das Ange­bot der Frau­en­be­ra­tungs­stel­le, die es bereits seit 2011 gibt. Über ihre wich­ti­ge Arbeit spre­chen die bei­den Frau­en im Inter­view.

Seit einem Jahr bera­ten und beglei­ten Sie Frau­en zum The­ma „sexua­li­sier­te Gewalt“. Wie vie­le Frau­en haben das Ange­bot seit­dem in Anspruch genom­men?

Ria Mes­ter: Im letz­ten Jahr haben 47 Frau­en unser Ange­bot in Anspruch genom­men und sind von uns zum The­ma sexua­li­sier­te Gewalt bera­ten und unter­stützt wor­den.

Wie vie­le Frau­en in Deutsch­land erle­ben sexua­li­sier­te Gewalt? Und wie sieht es im Kreis Stein­furt aus?

Ria Mes­ter: Fast jede sieb­te Frau in Deutsch­land ist von sexu­el­ler Gewalt betrof­fen. 13 % der in Deutsch­land leben­den Frau­en haben seit ihrem 16. Lebens­jahr straf­recht­lich rele­van­te For­men sexu­el­ler Gewalt erlebt. Das heißt Ver­ge­wal­ti­gung, ver­such­te Ver­ge­wal­ti­gung oder unter­schied­li­che For­men von sexu­el­ler Nöti­gung. Im Kreis Stein­furt sind im Jahr 2019 336 Straf­ta­ten gegen die sexu­el­le Selbst­be­stim­mung ange­zeigt wor­den. Dar­in ent­hal­ten waren 38 ange­zeig­te Ver­ge­wal­ti­gun­gen. Aller­dings zei­gen Dun­kel­feld­stu­di­en auf, dass nur ca. 5–15 % aller Ver­ge­wal­ti­gun­gen ange­zeigt wer­den, die Dun­kel­zif­fer also extrem hoch ist.

Wel­che Frau­en mel­den sich bei Ihnen?

Agnes Denk­ler: Frau­en mel­den sich ent­we­der von sich aus bei uns oder wer­den über Insti­tu­tio­nen oder die Poli­zei ver­mit­telt, also nach einer Anzei­ge. Es sind jun­ge Frau­en und älte­re Frau­en. Frau­en, die sexu­el­le Beläs­ti­gung durch den Nach­barn oder am Arbeits­platz erle­ben. Frau­en, die vom Part­ner oder Ehe­mann ver­ge­wal­tigt wur­den. Frau­en, die auf Par­tys unter K.O.-Tropfen ver­ge­wal­tigt oder sexu­ell beläs­tigt wur­den oder in ihrer Kind­heit sexu­el­len Miss­brauch erlebt haben.

Wel­che Fra­gen haben die Frau­en? Was erhof­fen sie sich von Ihnen?

Ria Mes­ter: Das wich­tigs­te ist erst ein­mal, dass den Frau­en geglaubt wird und sie sich — oft zum ers­ten Mal — trau­en, uns ihre Erleb­nis­se zu erzäh­len. Das erfor­dert für vie­le Frau­en schon gro­ßen Mut, die­sen ers­ten Schritt zu gehen. Vie­le Frau­en haben Angst, dass ihnen nicht geglaubt wird und füh­len sich oft mit­schul­dig an dem, was ihnen pas­siert ist. Des­we­gen ist es ganz wich­tig, den Frau­en zu sagen: Die Schuld liegt immer allei­ne beim Täter! Dann ent­schei­det jede Frau für sich, wie es wei­ter­ge­hen soll. Will sie eine Anzei­ge bei der Poli­zei machen oder nicht? Will sie regel­mä­ßi­ge Gesprä­che und Unter­stüt­zung durch uns? Braucht sie wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen oder eine Beglei­tung bei­spiels­wei­se zu Gericht? Wir rich­ten uns ganz nach den indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­sen der Frau­en und jede Frau trifft ihre eige­ne Ent­schei­dung dar­über, wie es für sie wei­ter­ge­hen soll.

Die Frau­en­be­ra­tungs­stel­le in Rhei­ne gibt es bereits seit 2011. War­um war es nötig, die Fach­be­ra­tungs­stel­le gegen sexua­li­sier­te Gewalt als zusätz­li­ches Ange­bot ins Leben zu rufen?

Agnes Denk­ler: Der Schwer­punkt der Frau­en­be­ra­tungs­stel­le ist und war die Bera­tung, Beglei­tung und Unter­stüt­zung von Frau­en, die von häus­li­cher Gewalt betrof­fen sind. Sehr bald zeig­te sich, dass eine umfas­sen­de Unter­stüt­zung von Frau­en, die sexua­li­sier­te Gewalt erlebt haben, auf­grund von zeit­li­chen Kapa­zi­tä­ten nicht mög­lich war. Der Bedarf war gege­ben und die Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten fehl­ten. Im gesam­ten Kreis Stein­furt gab es kein expli­zi­tes Bera­tungs­an­ge­bot.

Ein anzüg­li­cher Spruch am Arbeits­platz, die Hand auf dem Ober­schen­kel: Wo „beginnt“ sexua­li­sier­te Gewalt?

Ria Mes­ter: Sie beginnt schon bei sexu­el­ler Beläs­ti­gung in Form von unan­ge­neh­men, taxie­ren­den, anzüg­li­chen Bli­cken, Ges­ten oder Äuße­run­gen. Auch die Ver­öf­fent­li­chung oder Zusen­dung von inti­men Bil­dern oder Chat­ver­läu­fe über digi­ta­le und sozia­le Medi­en ist digi­ta­le Gewalt. Auch die sexu­el­le Beläs­ti­gung am Arbeits­platz, sexu­el­ler Miss­brauch in der Kind­heit bis hin zu Ver­ge­wal­ti­gung und sexu­el­le Nöti­gung sind For­men sexua­li­sier­ter Gewalt.

Wie kann ich mich als Ange­hö­ri­ger oder Freun­din ver­hal­ten, wenn ich mer­ke, dass da etwas nicht stimmt?

Agnes Denk­ler: Als Unter­stüt­ze­rin oder Unter­stüt­zer kann ich die Frau anspre­chen und ihr signa­li­sie­ren, dass ich mer­ke, dass etwas anders bei ihr ist. Ich kann ihr Hil­fe und ein „offe­nes Ohr“ anbie­ten. Dabei ist es wich­tig, die Gefüh­le der Betrof­fe­nen ernst zu neh­men, und das, was gesche­hen ist, nicht zu baga­tel­li­sie­ren, auch wenn es sich um schein­bar „harm­lo­se“ Anspie­lun­gen oder Bemer­kun­gen han­delt. Zuhö­ren, Soli­da­ri­tät zei­gen und Hil­fe anbie­ten bzw. die Frau danach fra­gen, was hel­fen wür­de. Eben­falls besteht die Mög­lich­keit, auf die Fach­be­ra­tungs­stel­le zu ver­wei­sen.

Vor eini­ger Zeit haben Sie in Rhei­ne die Lui­sa-Kam­pa­gne gestar­tet. Was hat es damit auf sich?

Ria Mes­ter: Die Kam­pa­gne ist eine Prä­ven­ti­ons­kam­pa­gne und bie­tet Frau­en und Mäd­chen in der Aus­geh- und Par­ty­sze­ne direk­te, nied­rig­schwel­li­ge Hil­fe bei sexu­el­ler Beläs­ti­gung. Mit der Fra­ge „Ist Lui­sa hier?“ kön­nen sich Frau­en in Gast­stät­ten, Knei­pen, Bars und Clubs an das zuvor geschul­te Per­so­nal wen­den und ent­spre­chend Unter­stüt­zung bekom­men. In Rhei­ne betei­li­gen sich mitt­ler­wei­le sie­ben Loka­le an die­ser Akti­on, zum Bei­spiel das Yesss Music, das Köpi und das Extra­blatt. Die Lui­sa-Kam­pa­gne ist ein Teil unse­rer Öffent­lich­keits- und Prä­ven­ti­ons­ar­beit. Dazu gehört auch, dass wir Pro­jek­te zum The­ma „Prä­ven­ti­on — Sexua­li­sier­te Gewalt“ an Schu­len durch­füh­ren.

Wel­ches Erleb­nis aus einem Jahr Fach­be­ra­tungs­stel­le ist Ihnen ganz beson­ders in Erin­ne­rung geblie­ben?

Agnes Denk­ler: Als wir nach ca. einem Monat „unse­ren“ frisch­ge­druck­ten Fly­er in den Hän­den hiel­ten und die­sen dann end­lich weit­räu­mig ver­tei­len konn­ten, um damit auf unser neu­es Unter­stüt­zungs­ge­bot auf­merk­sam zu machen!

Wel­che Bot­schaft möch­ten Sie an Betrof­fe­ne sexua­li­sier­ter Gewalt wei­ter­ge­ben?

Agnes Denk­ler: Sie sind nicht allei­ne, sexua­li­sier­te Gewalt erle­ben lei­der sehr vie­le Frau­en. Dar­über zu spre­chen, sich jeman­dem anzu­ver­trau­en und mit dem Erleb­ten nicht allei­ne zu blei­ben, ist hilf­reich! Völ­lig unab­hän­gig von Ihrem Ver­hal­ten, Ihrer Klei­dung, Ihrem Auf­tre­ten – Sie trifft kei­ne Schuld!

Täg­lich von sexua­li­sier­ter Gewalt zu hören — das muss für Sie und Ihre Kol­le­gin auch eine enor­me Belas­tung sein. Wie gehen Sie damit um?

Ria Mes­ter: Mit dem Tabu-The­ma sexua­li­sier­te Gewalt kon­fron­tiert zu sein, ist sicher­lich eine Her­aus­for­de­rung. Hilf­reich ist in ers­ter Linie das Fach­wis­sen, wel­ches wir als Trau­ma­fach­be­ra­te­rin­nen haben. Auch der regel­mä­ßi­ge Aus­tausch mit mei­ner Kol­le­gin oder Super­vi­si­on sind Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten. Eben­falls sind die posi­ti­ven Rück­mel­dun­gen unse­rer Kli­en­tin­nen eine wich­ti­ge Moti­va­ti­ons­grund­la­ge.

Wel­chen Aus­blick haben Sie für Ihre wei­te­re Arbeit?

Agnes Denk­ler: Wir möch­ten auf jeden Fall die Prä­ven­ti­ons- und Öffent­lich­keits­ar­beit ver­stär­ken, damit das The­ma sexua­li­sier­te Gewalt immer wei­ter in unse­rer Gesell­schaft ent­ta­bui­siert wird. Dazu bie­ten wir Vor­trä­ge, Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen und Schul­pro­jek­te an. Inter­es­sier­te kön­nen sich ger­ne bei uns in der Bera­tungs­stel­le mel­den. Auch in Zei­ten der Coro­na-Kri­se sind wir tele­fo­nisch oder per E‑Mail erreich­bar.

Die Fach­be­ra­tungs­stel­le gegen sexua­li­sier­te Gewalt bie­tet kon­kre­te Hil­fen von Frau­en für Frau­en an, die sexua­li­sier­te Gewalt erlebt haben. Die Unter­stüt­zung erfolgt durch Kri­sen­in­ter­ven­ti­on, psy­cho­so­zia­le Bera­tung und Beglei­tung zu ande­ren Ein­rich­tun­gen und Behör­den. Kon­takt und Infos: Tele­fo­nisch unter 05971 8009292 oder per Mail an fachberatung-gewalt@dw-te.de.

Infos aus unse­rer Bera­tungs­stel­le bei Tren­nung und Schei­dung

Lie­be Eltern,

in den ver­gan­ge­nen Tagen errei­chen uns ver­mehrt Anfra­gen, wie in Zei­ten von Coro­na die Umgangs- oder Besuchs­kon­tak­te mit dem getrennt­le­ben­den Eltern­teil gehand­habt wer­den sol­len. Im Fol­gen­den möch­ten wir Ihnen hier­zu ein paar Ant­wor­ten geben:

Vom aktu­el­len öffent­li­chen Ver­samm­lungs­ver­bot von mehr als zwei Per­so­nen und den Aus­gangs­be­schrän­kun­gen sind Ver­wand­te in gera­der Linie (Eltern, Kin­der, Groß­el­tern, Enkel­kin­der) aus­drück­lich aus­ge­nom­men. Sie dür­fen sich wei­ter­hin gemein­sam in der Öffent­lich­keit auf­hal­ten – und zu Hau­se sowie­so.

Umgangs­kon­tak­te dür­fen dem­nach wei­ter­hin statt­fin­den, die Wege und der Wech­sel von einem Eltern­haus­halt in den ande­ren sind aus­drück­lich erlaubt.
Der Medi­zi­ner Dr. Mat­thi­as Riedl sieht auch kei­ne grund­sätz­li­che Not­wen­dig­keit, den Umgang aus­zu­set­zen und bewer­tet den Erhalt der Eltern-Kind-Bezie­hung höher als das Infek­ti­ons­ri­si­ko (Quel­le: NDR „Visi­te“ vom 24.03.20).

Gera­de in Zei­ten all­ge­mei­ner Ver­un­si­che­rung ist es wich­tig, durch Auf­recht­erhal­ten des Kon­takts mit engen Bezugs­per­so­nen, den Kin­dern mög­li­che Sicher­heit zu geben.
Bei­de Eltern sind also gefor­dert, den Kon­takt zwi­schen Kind und getrennt­le­ben­dem Eltern­teil sowohl zu för­dern als auch wahr­zu­neh­men.

Ob im Ein­zel­fall der Umgangs­kon­takt auch sinn­voll ist (Stich­wort: Risi­ko­grup­pe), müs­sen bei­de Eltern gemein­sam beden­ken und gemein­sam ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­run­gen tref­fen, auch bei allei­ni­gem Sor­ge­recht. Alter­na­ti­ven zum jet­zi­gen Umgang könn­ten täg­li­ches Sky­pen oder ein län­ge­rer Umgang nach Ende der Coro­na-Kri­se sein.

Für die Ein­hal­tung der ange­ord­ne­ten Sicher­heits- und Hygie­ne­re­geln ist jeder Ein­zel­ne ver­ant­wort­lich. So auch jeder Eltern­teil in sei­nem Umfeld, ins­be­son­de­re, wenn die Kin­der in sei­ner bzw. ihrer Obhut sind.

Bei wei­te­ren Fra­gen sind wir ger­ne teleo­nisch und per Mail für Sie da:
Tele­fo­nisch unter 05481 305 4266 oder per Mail an bts-lengerich@dw-te.de.

Dar­über hin­aus bie­ten auch das Eltern­te­le­fon unter 0800 111 0 550 sowie die Online-Bera­tung der Bun­des­kon­fe­renz für Erzie­hungs­be­ra­tung unter www.bke-elternberatung.de Unter­stüt­zung an.

Kom­men Sie gut durch die­se Zeit und blei­ben Sie gesund!

Ihr Team der Bera­tungs­stel­le bei Tren­nung und Schei­dung

Nie­mand wird mit sei­nen Sor­gen allein gelas­sen

Dia­ko­ni­scher Betreu­ungs­ver­ein ist tele­fo­nisch und per Mail erreich­bar

Rhei­ne. Der Dia­ko­ni­sche Betreu­ungs­ver­ein in Rhei­ne beglei­tet und unter­stützt Men­schen, die auf­grund einer see­li­schen Erkran­kung oder geis­ti­gen Behin­de­rung ihre recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten nicht allei­ne regeln kön­nen. „Für vie­le betreu­te Men­schen ist die Coro­na-Kri­se ein deut­li­cher Ein­griff in ihre gewohn­te Lebens­füh­rung“, weiß Ste­fa­nie Otten vom Dia­ko­ni­schen Betreu­ungs­ver­ein. „Eini­ge unse­rer Betreu­ten unter­schät­zen die gesund­heit­li­chen Gefah­ren oder haben Schwie­rig­kei­ten bei der Umset­zung der all­ge­mei­nen hygie­ni­schen Schutz­maß­nah­men.“

In die­sen schwie­ri­gen Zei­ten sei­en per­sön­li­che Kon­tak­te beim Dia­ko­ni­schen Betreu­ungs­ver­ein nur noch sehr ein­ge­schränkt mög­lich, so Otten. Trotz­dem möch­te man nie­man­den mit sei­nen Sor­gen allein las­sen. Zusam­men mit mei­nen Kol­le­gen Fried­helm Jen­ny, Clau­dia Wich­trup und Agnes Denk­ler sind wir wei­ter­hin für die Men­schen da und sind tele­fo­nisch und per Mail erreich­bar.“ Unauf­schieb­ba­re Ange­le­gen­hei­ten könn­ten unter Ein­hal­tung der bekann­ten Schutz­maß­nah­men und nach einer tele­fo­ni­schen Ter­min­ab­spra­che gere­gelt wer­den. Drin­gen­de Doku­men­te sol­len über den Brief­kas­ten oder vor der Ein­gangs­tür über­ge­ben wer­den. Hin­wei­se für die beschrie­be­ne Vor­ge­hens­wei­se fin­den sich auf einem Aus­hang an der Ein­gangs­tür.

Ste­fa­nie Otten weist dar­auf hin, dass auch die ehren­amt­li­chen Betreu­er von den Ein­schrän­kun­gen betrof­fen sei­en. „Indi­vi­du­el­le Bera­tun­gen fin­den nur noch tele­fo­nisch statt, Wei­ter­bil­dun­gen und das Tref­fen unse­rer Ehren­amt­li­chen am 31. März wur­den bis auf wei­te­res ver­scho­ben.“ Auch die öffent­li­chen Bera­tungs­ver­an­stal­tun­gen zur Vor­sor­ge­voll­macht für Bür­ger der Stadt Rhei­ne sei­en bis auf wei­te­res ver­scho­ben.
Der Dia­ko­ni­sche Betreu­ungs­ver­ein sei aber wei­ter­hin für die Men­schen da, betont Ste­fa­nie Otten. „Wir bit­ten die Betreu­ten, die ehren­amt­li­chen Betreu­er und Bür­ger um Ver­ständ­nis. Gemein­sam stel­len wir uns den Her­aus­for­de­run­gen in die­ser außer­ge­wöhn­li­chen Situa­ti­on und fin­den indi­vi­du­el­le Lösun­gen. Um kei­nen mit sei­nen Sor­gen allein zu las­sen!“

Kon­takt Dia­ko­ni­scher Betreu­ungs­ver­ein
Tel.: 05971 8007490 oder 05971 8007491
Email: betreuungsverein-rheine@dw-te.de

Dia­ko­nie-Bera­tungs­zen­trum tele­fo­nisch und per Mail erreich­bar

Bera­tung in Zei­ten des Coro­na­vi­rus

Len­ge­rich. Im Dia­ko­nie-Bera­tungs­zen­trum in Len­ge­rich ruht zwar der Publi­kums­ver­kehr wegen der Coro­na-Kri­se. Die Mit­ar­bei­ten­den des Dia­ko­ni­schen Werks sei­en aber wei­ter für die Men­schen da, betont Ste­fan Zim­mer­mann, geschäfts­füh­ren­der Vor­stand des Dia­ko­ni­schen Wer­kes im Kir­chen­kreis Teck­len­burg. Die Dia­ko­nie setzt auf Bera­tun­gen am Tele­fon und per Email.

Kon­takt

Bera­tung bei Tren­nung und Schei­dung
Tel.: 05481 3054266, Email: bts-lengerich@dw-te.de

Flücht­lings­be­ra­tung
Tel.: 05481 3054277, Email: fluechtlingsberatung@dw-te.de

Bera­tungs­stel­le Sucht
Tel.: 05481 3054280, Email: suchtberatung@dw-te.de

Bera­tungs­stel­le für Schwan­ger­schaft, Schwan­ger­schafts­kon­flik­te, Fami­li­en­pla­nung und Sexua­li­tät
Tel.: 05481 3054260, Email: skb@dw-te.de

Bera­tungs­stel­le für Eltern, Kin­der und Jugend­li­che
Tel.: 05481 3054240, Email: erziehungsberatung@dw-te.de

Jugend­mi­gra­ti­onsdienst
Tel.: 05481 3054270, Email: jmd@dw-te.de

Web­mail-Bera­tung als Alter­na­ti­ve

Und noch auf ein wei­te­res Unter­stüt­zungs­an­ge­bot macht das Dia­ko­ni­sche Werk auf­merk­sam: Auf die geschütz­te Web­mail-Bera­tung der Bera­tungs­stell für Eltern, Kin­der und Jugend­li­che. Unab­hän­gig von fes­ten Zei­ten kann jeder Rat­su­chen­de sich mit sei­nem Anlie­gen an das Bera­tungs­team wen­den und erhält in der Regel inner­halb weni­ger Tage eine per­sön­li­che Ant­wort von einer Bera­te­rin oder einem Bera­ter. Der Zugang erfolgt über ein geschütz­tes Pass­wort, so dass die Ver­trau­lich­keit der Bera­tung gewähr­leis­tet ist. Die geschütz­te Web­mail-Bera­tung erfolgt durch Anmel­dung auf der Inter­net­sei­te https://www.evangelische-beratung.info/erziehungsberatung-tecklenburg.