Der Kon­sum von digi­ta­len Medi­en nimmt wei­ter zu – die Bera­tungs­stel­le Sucht in Len­ge­rich bie­tet Eltern und Schu­len Unter­stüt­zung an

 Len­ge­rich. Die Bera­tungs­stel­le Sucht der Dia­ko­nie WesT e.V. warnt vor einer Zunah­me des Medi­en­kon­sums von Kin­der und Jugend­li­chen. Bei über 700.000 Kin­der und Jugend­li­chen wur­de im letz­ten Jahr der Umgang mit Com­pu­ter­spie­len als ris­kant bewer­tet, die Social-Media-Nut­zung bei über 170.000 jun­gen Nut­ze­rin­nen und Nutzern.

Eltern, die von Zuhau­se aus arbei­ten oder Kin­der, die am digi­ta­len Unter­richt teil­neh­men – seit Beginn der Coro­na-Kri­se ver­brin­gen wir Men­schen deut­lich mehr Zeit vor Bild­schir­men. Doch nicht nur beruf­lich oder schu­lisch spie­len digi­ta­le Medi­en heut­zu­ta­ge eine gro­ße Rol­le, auch in der Frei­zeit gewin­nen Tik­Tok, Insta­gram, Net­flix & Co. immer mehr an Bedeu­tung. Ins­be­son­de­re bei Kin­dern und Jugend­li­chen nimmt der Kon­sum die­ser Medi­en ver­mehrt zu. „Die ers­ten Zwi­schen­er­geb­nis­se der DAK-Stu­die „Medi­en­sucht 2020“ sind alar­mie­rend. Bei fast 700.000 Kin­dern und Jugend­li­chen wird das Com­pu­ter­spie­len als ris­kant oder gar patho­lo­gisch (krank­haft) bewer­tet“, berich­tet Leo­na Kers­t­ing von der Bera­tungs­stel­le Sucht in Len­ge­rich.  Laut der Stu­die haben die Spiel­zei­ten wäh­rend des Coro­na-Lock­downs werk­tags um bis zu 75 Pro­zent zuge­nom­men. Auch die Social-Media-Nut­zung habe im Lock­down deut­lich zuge­nom­men: Im ver­gan­ge­nen Jahr stei­ger­ten sich die Social-Media-Zei­ten werk­tags von 116 auf 193 Minu­ten pro Tag.

Wor­an kön­nen Eltern nun erken­nen, ob das Nut­zungs­ver­hal­ten bereits ris­kant ist? „Wenn Ihr Kind das Smart­pho­ne oder Gaming nutzt, um Stress abzu­bau­en oder aus dem All­tag zu flie­hen, dann kön­nen das ers­te Warn­si­gna­le sein“, so Kers­t­ing. Ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Umgang mit den digi­ta­len Medi­en und die Ver­bes­se­rung der Medi­en­kom­pe­ten­zen sei­en laut der Exper­tin beson­ders wich­tig. Die Bera­tungs­stel­le Sucht der Dia­ko­nie WesT bie­tet auch im nächs­ten Jahr Schu­len im Kreis Stein­furt ein Prä­ven­ti­ons­an­ge­bot zum The­ma Medi­en­nut­zung an: Mit dem Metho­den­kof­fer “What‘s on” zur Prä­ven­ti­on exzes­si­ver Medi­en­nut­zung ste­he den Schu­len eine erprob­te Samm­lung inter­ak­ti­ver Metho­den zur Ver­fü­gung. Die Prä­ven­ti­ons­fach­kräf­te wol­len zu einer kom­pe­ten­ten Medi­en­nut­zung in Bezug auf Inhal­te und zeit­li­chen Umfang anre­gen und gemein­sam mit den Kin­dern und Jugend­li­chen reflek­tie­ren, mit wel­cher Moti­va­ti­on die Medi­en genutzt wer­den. Für Eltern hat Katha­ri­na Jasper-Stein­ke, Prä­ven­ti­ons­fach­kraft der Bera­tungs­stel­le, fol­gen­de Emp­feh­lung: „Wich­tig ist, den Kin­dern auch im All­tag Gren­zen zu set­zen, Alter­na­ti­ven anzu­bie­ten oder auch Tage ein­zu­füh­ren, an denen die­se Medi­en nicht kon­su­miert werden“.

Kon­takt:
Bera­tungs­stel­le Sucht
Stet­ti­ner Stra­ße 25, 49525 Lengerich
Tel.: 05481 / 3054280
Email: suchtberatung@dw-te.de