Gemein­sam Advent fei­ern: Pati­en­ten-Advents­fei­ern der Dia­ko­nie­sta­tio­nen

Ibbenbüren/Lienen/Lengerich/Rheine/Westerkappeln. Vor­freu­de ist die schöns­te Freu­de, sagt man. Und eigent­lich ist der gan­ze Advent eine Zeit der Vor­freu­de – die Vor­freu­de auf die Ankunft Jesu. Die tra­di­tio­nel­len Pati­en­ten-Advents­fei­ern der Dia­ko­nie­sta­tio­nen in Ibben­bü­ren, Lie­nen, Len­ge­rich, Rhei­ne und Wes­ter­kap­peln sind eben­falls ein Anlass, auf den sich vie­le pfle­ge­be­dürf­ti­ge Men­schen im Dezem­ber sehr freu­en.

Vie­le von ihnen kön­nen mög­lichst lan­ge in den eige­nen vier Wän­den woh­nen — auch durch die Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te der Dia­ko­nie­sta­tio­nen. Sie ver­brin­gen ihre Zeit also meist zu Hau­se. Zu einer mög­lichst hohen Lebens­qua­li­tät im Alter gehö­re jedoch neben guter Bera­tung und einer indi­vi­du­el­len häus­li­chen Kran­ken­pfle­ge auch das Bei­sam­men­sein, das Fei­ern von Fes­ten, weiß Dia­ko­nie-Vor­stand Ste­fan Zim­mer­mann. „Die Advents­fei­ern bie­ten unse­ren Pati­en­ten die Mög­lich­keit, das Haus zu ver­las­sen und am gesell­schaft­li­chen Leben teil­zu­neh­men.“

Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Dia­ko­nie­sta­tio­nen hat­ten jeweils ein stim­mungs­vol­les Pro­gramm und weih­nacht­lich geschmück­te Kaf­fee­ti­sche für die Senio­ren vor­be­rei­tet. „Ihr umsorgt uns so lie­be­voll“, brach­te es eine Senio­rin bei der Fei­er in Ibben­bü­ren auf den Punkt, als ihr eine Dia­ko­nie-Mit­ar­bei­te­rin eine Tas­se Kaf­fee zum Kuchen ein­schüt­te­te.

Für besinn­li­che Stim­mung sorg­ten auch ver­schie­de­ne Musik-Auf­trit­te: In Rhei­ne stimm­ten 15 Kin­der und drei Erzie­her des Johan­nes-Kin­der­gar­tens die Gäs­te musi­ka­lisch auf die Advents­fei­er ein. Durch das Pro­gramm zum The­ma Brauch­tum im Advent führ­ten dann die Mit­ar­bei­te­rin­nen Petra Gaus­mann und Mari­an­ne Wendt. Für ein beson­de­res High­light sorg­ten die Aus­zu­bil­den­den mit der Pra­xis­an­lei­te­rin Bea­te Ter­tel­mann der Dia­ko­nie­sta­ti­on. Sie berich­te­ten über die Weih­nachts­bräu­che in Ihren Hei­mat­län­dern und san­gen ein Weih­nachts­lied in ihrer Spra­che. In Len­ge­rich sorg­ten der Spat­zen­chor um Ursu­la Mittring und Vol­ker Gaus­mann am Akkor­de­on für die musi­ka­li­sche Unter­ma­lung und in Ibben­bü­ren wur­de beim Auf­tritt der weiß­rus­si­schen Folklo­re­grup­pe Kres­si­wa gemein­sam geklatscht und gesun­gen. Über Sprach­bar­rie­ren hin­weg prä­sen­tier­te die Grup­pe sakra­le Gesän­ge und Weih­nachts­lie­der. Die For­ma­ti­on wur­de nach der Reak­tor­ka­ta­stro­phe von Tscher­no­byl gegrün­det und geht seit 1991 auf Tour. In Wes­ter­kap­peln spiel­te der Posau­nen­chor unter Lei­tung von Kreis­mu­sik­di­rek­tor Mar­tin Ufer­mann für die Gäs­te.

Schön, dass Sie gemein­sam mit uns Advent fei­ern“, wand­te sich Ste­fan Zim­mer­mann an die Gäs­te. In die­sem Jahr habe es vie­le Auf­ga­ben und Her­aus­for­de­run­gen in den Dia­ko­nie­sta­tio­nen gege­ben. „Dan­ke für Ihr Ver­trau­en und dan­ke, dass Sie den Weg gemein­sam mit uns gehen.“

In den Dia­ko­nie­sta­tio­nen in Ibben­bü­ren, Lie­nen, Len­ge­rich, Rhei­ne und Wes­ter­kap­peln ver­sor­gen 259 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter ins­ge­samt 1.470 Men­schen: Davon arbei­ten 172 in der ambu­lan­ten Pfle­ge und 83 in der Haus­wirt­schaft und Betreu­ung. 21 Aus­zu­bil­den­de kom­plet­tie­ren die Mann­schaft.

Wei­te­re Infos und Kon­takt:

Dia­ko­nie­sta­ti­on Lie­nen
Bereich Lie­nen, Kat­ten­ven­ne, Lad­ber­gen,
Len­ge­rich-Hoh­ne
49536 Lie­nen
Haupt­stra­ße 8
Tele­fon 05483/73950, Fax: 05483/73955
ds-lienen@dw-te.de

Dia­ko­nie­sta­ti­on Len­ge­rich
Bereich Len­ge­rich, Teck­len­burg, Lee­den,
Led­de, Broch­ter­beck
49525 Len­ge­rich
Zur Alten Gie­ße­rei 5
Tele­fon 05481/2110, Fax: 05481/2107
ds-lengerich@dw-te.de

Dia­ko­nie­sta­ti­on Rhei­ne
Bereich Rhei­ne, Neu­en­kir­chen, Mes­um, St. Arnold, Hau­en­horst, Elte
48429 Rhei­ne
Wib­belt­stra­ße 15
Tele­fon 05971/92150, Fax: 05971/921592
ds-rheine@dw-te.de

Dia­ko­nie­sta­ti­on Wes­ter­kap­peln
Bereich Wes­ter­kap­peln, Lot­te, Wer­sen, Büren
49492 Wes­ter­kap­peln
Kirch­stra­ße 5
Tele­fon 05404/956407, Fax: 05404/956408
ds-westerkappeln@dw-te.de

Dia­ko­nie­sta­ti­on Ibben­bü­ren
Bereich Ibben­bü­ren, Lag­gen­beck, Met­tin­gen,
Recke, Hörs­tel, Scha­le
49477 Ibben­bü­ren
Post­stra­ße 8
Tele­fon 05451/949120, Fax: 05451/949123
ds-ibbenbueren@dw-te.de

Viel los in der OGS Teck­len­burg: Ler­nen und ent­span­nen im Offe­nen Ganz­tag

Teck­len­burg. Seit Beginn des Schul­jah­res ist viel pas­siert im Offe­nen Ganz­tag der Grund­schu­le Teck­len­burg. Unter­schied­li­che AGs und gemein­sa­me Aus­flü­ge för­dern den Zusam­men­halt und bie­ten Unter­stüt­zung im Schul­all­tag. Gestar­tet ist das Ange­bot mit rund 50 Schü­le­rin­nen und Schü­lern.

Das Dia­ko­ni­sche Werk bie­tet in Teck­len­burg ein ver­läss­li­ches Betreu­ungs- und För­der­an­ge­bot für Schü­le­rin­nen und Schü­ler an. Eltern haben die Mög­lich­keit zu ent­schei­den, ob ihr Kind das Ganz­tags­an­ge­bot an der Grund­schu­le wahr­nimmt. Ganz­tag heißt, es fin­det eine Betreu­ung nach Schul­schluss bis min­des­tens 16 Uhr statt. Dar­über hin­aus bie­tet das Dia­ko­ni­sche Werk eine Betreu­ung an unter­richts­frei­en Tagen und wäh­rend etwa der Hälf­te der Schul­fe­ri­en an – gemein­sam mit der OGS Broch­ter­beck. „Dadurch gelingt es den Eltern, ihre eige­ne Berufs­tä­tig­keit mit den Anfor­de­run­gen von Bil­dung und Erzie­hung sinn­voll zu ver­bin­den“, weiß OGS-Mit­ar­bei­te­rin Clau­dia Hart­mann.

So arbei­te­ten die Mit­ar­bei­ter der Bera­tungs­stel­le Sucht des Dia­ko­ni­schen Wer­kes wäh­rend der drei­wö­chi­gen Betreu­ungs­zeit in den Som­mer­fe­ri­en mit den OGS-Kin­dern unter dem Mot­to „Super­hel­den“ prä­ven­tiv am The­ma Selbst­be­wusst­seins­stär­kung. „Auch die Fort­set­zung des Ange­bots in der ein­wö­chi­gen Betreu­ungs­zeit wäh­rend der Herbst­fe­ri­en zum The­ma Freun­de kam super bei den Schü­lern an“, so Hart­mann.

Eine ganz beson­de­re Über­ra­schung gab es zum Start des neu­en Schul­jah­res für die Dritt- und Viert­kläss­ler: Die Trup­pe hat­te bei einem Wett­be­werb des Was­ser­ver­sor­gungs­ver­bands Teck­len­bur­ger Land einen Aus­flug ins Was­ser­werk gewon­nen. „Im Anschluss an die­sen span­nen­den Tag haben wir ein Über­nach­tungs­event in den Räum­lich­kei­ten der OGS für die Kin­der ver­an­stal­tet“, erzählt Hart­mann. „Wie in jedem Jahr bau­ten die Kids ihr Nacht­la­ger auf und danach gab es Würst­chen, Sala­te und Brot für alle. Die legen­dä­re Nacht­wan­de­rung und das gemüt­li­che Zusam­men­sit­zen bei einem Drei-Fra­ge­zei­chen-Hör­spiel am künst­li­chen Lager­feu­er waren der Ren­ner.“

Inzwi­schen sind auch alle AGs in der OGS wie­der gestar­tet. Ein­mal wöchent­lich wer­den jeweils eine Sport-AG, eine Mal-AG und eine Tanz-AG ange­bo­ten. „Alle AGs sind heiß begehrt und für die OGS-Kin­der natür­lich kos­ten­los.“ Beson­ders beliebt ist laut Clau­dia Hart­mann die Thea­ter-AG unter der Lei­tung von Gesche Holt­haus von der Inte­gra­ti­ven Kunst- und Musik­schu­le Lie­nen. Sie wird vom Dia­ko­ni­schen Werk Teck­len­burg geför­dert. „Die Auf­füh­rung wird im Früh­jahr statt­fin­den. Dar­auf freu­en sich schon jetzt alle sehr“, ist sich Hart­mann sicher.

Jetzt im Dezem­ber bas­teln Kin­der und Betreu­er gemein­sam, sin­gen, lesen Weih­nachts­ge­schich­ten und ent­span­nen vom All­tag. „Wir ver­su­chen, dem übli­chen Weih­nachts­stress zu trot­zen und die Advents­zeit zu genie­ßen.“ Denn: Am 20. Dezem­ber ist der vor­erst letz­te Betreu­ungs­tag in die­sem Jahr. Am 2. Janu­ar geht es dann in der OGS wei­ter, bevor am 7. Janu­ar die Schu­le wie­der beginnt.

Clau­dia Hart­mann: „Im Namen aller Mit­ar­bei­ter der OGS Teck­len­burg wün­sche ich ‚unse­ren‘ Kin­dern und den Fami­li­en eine besinn­li­che Advents- und Weih­nachts­zeit und einen guten Start ins neue Jahr!“

Das Dia­ko­ni­sche Werk im Evan­ge­li­schen Kir­chen­kreis Teck­len­burg e.V. betreibt im Auf­trag der Schul­trä­ger vier Offe­ne Ganz­tags­grund­schu­len. Die Stand­or­te sind Lie­nen, Kat­ten­ven­ne, Teck­len­burg und Broch­ter­beck. Kon­takt und Infos: Tele­fo­nisch unter 05482 680 oder per Mail an info@dw-te.de.

Zum Tag des Ehren­amts am 5. Dezem­ber — Viel­falt im Ehren­amt: Es braucht fle­xi­ble und nied­rig­schwel­li­ge Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten für alle

Len­ge­rich. Das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment in Deutsch­land ist laut einer Stu­die des DIW in den letz­ten Jah­ren deut­lich gestie­gen, sowohl bei Rent­ne­rin­nen und Rent­nern als auch bei jun­gen Menschen.1 Viel­fäl­tig sind auch die Ehren­amt­li­chen, die sich bei well­co­me enga­gie­ren: Das Enga­ge­ment für Fami­li­en nach der Geburt passt zu vie­len Lebens­pha­sen. Neue Enga­gier­te wer­den in Len­ge­rich drin­gend gesucht.

well­co­me ist moder­ne Nach­bar­schafts­hil­fe für alle Eltern, die sich nach der Geburt eines Babys Ent­las­tung wün­schen: Fehlt Unter­stüt­zung durch Fami­lie oder den Freun­des­kreis, sprin­gen die Ehren­amt­li­chen von well­co­me ein. Sie ent­las­ten indi­vi­du­ell und prak­tisch im All­tag und sor­gen so dafür, dass manch grö­ße­re Kri­se gar nicht erst ent­steht. Für die Ehren­amt­li­chen bie­tet well­co­me damit eine unmit­tel­ba­re Enga­ge­ment­mög­lich­keit, die kei­ne lan­ge Vor­be­rei­tungs­zeit erfor­dert und in die sie ihre per­sön­li­chen Erfah­run­gen ein­brin­gen kön­nen.

Enga­giert – aber zeit­lich fle­xi­bel

Für die Ehren­amt­li­chen ist die Auf­ga­be zwar inten­siv aber zeit­lich begrenzt: Ein Ein­satz dau­ert in der Regel etwa drei Mona­te, danach kön­nen sie ent­schei­den, ob sie gleich den nächs­ten Ein­satz star­ten oder erst ein­mal pau­sie­ren. So lässt sich das Ehren­amt gut mit unter­schied­li­chen Lebens­si­tua­tio­nen ver­ein­ba­ren. Sich bei well­co­me zu enga­gie­ren, ist alters- und bil­dungs­stand­über­grei­fend: Es fin­den sich Enga­gier­te mit allen Bil­dungs­ab­schlüs­sen; 37 % der Ehren­amt­li­chen sind berufs­tä­tig, 30 % in Ren­te; die Alters­span­ne reicht von 22 bis 78 Jahren.2

Ehren­amt­li­che wer­den fach­lich beglei­tet

In den Fami­li­en erle­ben die Ehren­amt­li­chen gro­ße Freu­de und Dank­bar­keit für Ihre All­tags­un­ter­stüt­zung“, weiß The­re­sa Scholz-Hoff­mann vom Bera­tungs­zen­trum der Dia­ko­nie in Len­ge­rich. Die Diplom-Sozi­al­ar­bei­te­rin koor­di­niert den Ein­satz der Ehren­amt­li­chen vor Ort, ver­mit­telt sie zu den Fami­li­en und beglei­tet deren Tätig­keit. Als erfah­re­nen Fach­kraft steht sie den Ehren­amt­li­chen und auch den Fami­li­en für alle fach­li­chen Fra­gen zur Ver­fü­gung. Sie trifft sich mit den Ehren­amt­li­chen regel­mä­ßig zum Aus­tausch und zur Fort­bil­dung. The­re­sa Scholz-Hoff­mann: „Die well­co­me-Ehren­amt­li­chen kön­nen den Fami­li­en schnell und kon­kret hel­fen. Häu­fig kommt es gar nicht erst zu grö­ße­ren Pro­ble­men, wenn Eltern früh­zei­tig ent­las­tet wer­den.“

Nach­fra­ge wächst: well­co­me in Len­ge­rich sucht neue Ehren­amt­li­che

Seit 5 Jah­ren bie­tet das Dia­ko­ni­sche Werk im Evan­ge­li­schen Kir­chen­kreis Teck­len­burg „well­co­me – Prak­ti­sche Hil­fe nach der Geburt“ an. Die Nach­fra­ge wächst ste­tig. Damit der Bedarf gedeckt wer­den kann, freut sich Koor­di­na­to­rin The­re­sa Scholz-Hoff­mann über neue Ehren­amt­li­che.

Kon­takt: The­re­sa Scholz-Hoff­mann, Koor­di­na­to­rin well­co­me und Fami­li­en­pa­ten im Bera­tungs­zen­trum der Dia­ko­nie, Tele­fon: 05481 30542–40, Mail: lengerich@wellcome-online.de.

1 https://www.diw.de/de/diw_01.c.683617.de/ehrenamtliches_engagement_i…land_deutlich_gestiegen.html
2 https://www.wellcome-online.de/ueber-uns/presse/downloads/wellcome_Evaluation_Summary_2016.pdf

Über well­co­me

• Well­co­me wur­de 2002 in Ham­burg gegrün­det
• Kern­an­ge­bot der well­co­me gGmbH ist „well­co­me – Prak­ti­sche Hil­fe nach der Geburt“ – eine Unter­stüt­zung durch Ehren­amt­li­che für alle Fami­li­en im ers­ten Jahr nach der Geburt
• Das Ange­bot gibt es an rund 230 Stand­or­ten in Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz
• Ca. 4.000 well­co­me-Ehren­amt­li­che waren bun­des­weit im Jahr 20178 aktiv
• Schirm­her­rin ist Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel

well­co­me-Koor­di­na­to­rin The­re­sa Scholz-Hoff­mann freut sich über neue Ehren­amt­li­che in Len­ge­rich, da die Nach­fra­ge ste­tig wächst.

Prak­ti­sche Hil­fe nach der Geburt: Die well­co­me-Ehren­amt­li­chen ent­las­ten die frisch­ge­ba­cke­nen Eltern, sind Gesprächs­part­ner und unter­stüt­zen zum Bei­spiel bei der Orga­ni­sa­ti­on des All­tags.

Für Sie gele­sen: “Lui­sa” fasst Fuß in Rhei­ne (Quel­le: Müns­ter­län­di­sche Volks­zei­tung, 04.12.2019, Kris­ti­na Sehr (Autorin), © Alt­mep­pen Ver­lag GmbH & Co. KG, alle Rech­te vor­be­hal­ten)

RHEI­NE. „Ist Lui­sa hier?“ Auf die­se Fra­ge wird es in der Ems­stadt schon bald eine Ant­wort geben. Denn das Lokal „Yessss… Music“ auf dem Thie betei­ligt sich als ers­te Gast­stät­te Rhei­nes an der Kam­pa­gne. Am Mon­tag­abend besuch­te das gesam­te Team des Clubs eine Schu­lung rund ums The­ma sexua­li­sier­te Gewalt. So wol­len die Ser­vice­kräf­te schon bald Hil­fe für Besu­che­rin­nen anbie­ten, die Opfer von sol­chen Über­grif­fen wer­den. Denn die Kam­pa­gne „Lui­sa ist hier“ macht sich stark für Frau­en (MV berich­te­te). Das Kon­zept der Kam­pa­gne, die einst in Müns­ter ihren Beginn nahm und nun auch in Rhei­ne Fuß fas­sen soll (MV berich­te­te), ist schnell erklärt. Frau­en, die in gas­tro­no­mi­schen Betrie­ben sexu­el­le Über­grif­fe erle­ben oder sich sonst­wie bedroht füh­len, kön­nen an der The­ke fra­gen: „Ist Lui­sa hier?“ Die Fra­ge funk­tio­niert wie ein Code, und das geschul­te Per­so­nal weiß sofort Bescheid. Die Ange­stell­ten kön­nen die Frau dann aus der Situa­ti­on befrei­en und ihr hel­fen, sicher nach Hau­se zu gelan­gen.

Eigent­lich eine Selbst­ver­ständ­lich­keit – könn­te man mei­nen. Doch Ria Mes­ter und Agnes Denk­ler, Exper­tin­nen der Fach­be­ra­tungs­stel­le gegen sexua­li­sier­te Gewalt, wider­spre­chen. „Das The­ma ist für vie­le Frau­en, die Beläs­ti­gun­gen oder sogar noch schlim­me­re Über­grif­fe erle­ben, mit viel Scham behaf­tet“, sag­te Mes­ter am Mon­tag im Kreis der „Yessss“-Fachkräfte. Dar­um sei es wich­tig, mit­hil­fe der Kam­pa­gne zu signa­li­sie­ren: „Wir ken­nen das Pro­blem und wir hel­fen dir, wenn du Hil­fe brauchst.“ Im Rah­men der Schu­lung sen­si­bi­li­sier­te Mes­ter die zwölf Team­mit­glie­der hin­sicht­lich sexua­li­sier­ter Gewalt und erläu­ter­te, wie sich die Mit­ar­bei­ter im Ernst­fall ver­hal­ten soll­ten (sie­he Info-Kas­ten). Dabei mach­te sie auch klar, dass womög­lich nur weni­ge Frau­en das Ange­bot wahr­neh­men wer­den: „Es geht viel­mehr um eine Auf­merk­sam­keits­kam­pa­gne“, stell­te sie klar. Das The­ma sei wich­tig und müs­se immer wie­der in den Fokus gerückt wer­den. „Es geht auch dar­um, Sicher­heit zu ver­mit­teln. Wenn die Frau­en wis­sen, dass das Per­so­nal aner­kennt, dass sol­che Din­ge auch in ihrem Lokal pas­sie­ren – dann trau­en sie sich womög­lich eher, um Hil­fe zu bit­ten.“

Dass sexu­el­le Über­grif­fe auch in sei­nem Haus pas­sie­ren – dazu steht Mar­tin Kai­ser, Betrei­ber des „Yessss“. „Es fließt Alko­hol, es ist Nacht, alle ste­hen eng gedrängt. Da bleibt das nicht aus. Das ist lei­der in jeder Knei­pe und jedem Club der Fall“, sag­te er am Mon­tag. „Wer das nicht wahr­ha­ben will, der ver­schließt die Augen.“ Des­we­gen sei es, beton­te er, Auf­ga­be der Wir­te, für einen siche­ren Rah­men zu sor­gen und Täter sofort des Lokals zu ver­wei­sen. Und des­we­gen sei es ihm ein Anlie­gen, die „Luisa“-Kampagne zu eta­blie­ren. In der Dis­kus­si­on mit Mes­ter und Denk­ler mel­de­ten sich auch die Ser­vice-Ange­stell­ten zu Wort. Schnell wur­de klar: Sie alle begrü­ßen die Kam­pa­gne. „Jede Kell­ne­rin kennt das“, beton­ten die jun­gen Frau­en, die hier im Team arbei­ten. „Man­che Gäs­te zie­hen uns mit den Bli­cken aus, ande­re drän­gen sich extra dicht vor­bei, sodass sie uns berüh­ren.“ Das sei zum Teil „wider­lich“ – doch man kön­ne sich weh­ren oder sich an den Chef wen­den, „das ist hier bei uns kein Pro­blem, dann wer­den die­se Stö­ren­frie­de sofort raus­ge­schmis­sen“. Sie gaben zu beden­ken, dass sol­che Situa­tio­nen für Gäs­te pro­ble­ma­tisch sein kön­nen: „Nicht jede Frau kann sich so durch­set­zen. Des­we­gen müs­sen wir Hil­fe anbie­ten.“

Das Ziel des Teams: Auch allein­ste­hen­de Frau­en sol­len nachts, egal zu wel­cher Uhr­zeit, unbe­fan­gen in die­ser Stadt fei­ern kön­nen – ohne Angst. Einen Schritt in die­se Rich­tung hat das Lokal getan, indem es sich an der Kam­pa­gne gegen sexua­li­sier­te Gewalt betei­ligt. Die Mit­ar­bei­ter haben Leit­fä­den erhal­ten; in den kom­men­den Tagen wer­den im gan­zen Club Pla­ka­te und Sti­cker ange­bracht. Und auch ande­re Gas­tro­no­men begin­nen nun, aktiv zu wer­den, wie Mes­ter zuletzt berich­te­te: Das „Köpi“-Team wird im Janu­ar eben­falls geschult – „und bald fol­gen hof­fent­lich noch mehr“.

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Dia­ko­nie­sta­ti­on Len­ge­rich ist Weg­be­rei­ter 2020–2021

Ver­lei­hung des Ler­nen-för­dern-Sie­gels in Ibben­bü­ren

Lengerich/Ibbenbüren. 101 Unter­neh­men aus dem Kreis Stein­furt sind jetzt mit dem Sie­gel „Weg­be­rei­ter 2020–2021“ im Hotel Leu­ger­mann in Ibben­bü­ren aus­ge­zeich­net wor­den. Einer der „Weg­be­rei­ter“ ist die Dia­ko­nie­sta­ti­on in Len­ge­rich.

Pfle­ge­dienst­lei­te­rin Dag­mar Schwer­mann und Dia­ko­nie-Vor­stand Ste­fan Zim­mer­mann nah­men das Sie­gel von Schirm­herr und Land­rat Dr. Klaus Effing ent­ge­gen. „Wir freu­en uns rie­sig über das Weg­be­rei­ter-Sie­gel und sind stolz, auch zukünf­tig sozia­le Ver­ant­wor­tung für die Gesell­schaft und für Men­schen mit beson­de­rem För­der­be­darf zu über­neh­men“, so Zim­mer­mann.

Die Aus­zeich­nung wur­de bereits zum zwei­ten Mal vom Ler­nen för­dern e.V. Kreis­ver­band Stein­furt an Betrie­be ver­ge­ben, die min­des­tens einen Men­schen mit beson­de­rem Unter­stüt­zungs­be­darf in ein sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ges Aus­bil­dung- oder Arbeits­ver­hält­nis über­nom­men haben und das min­des­tens sechs Mona­te Bestand hat­te.

Wei­te­re Infos und Kon­takt zur Dia­ko­nie­sta­ti­on in Len­ge­rich: Tele­fo­nisch unter 05481 2110 oder per Mail an ds-lengerich@dw-te.de.

Freu­en sich gemein­sam über das Weg­be­rei­ter-Sie­gel: (vlnr) Rei­ner Zwil­ling (Agen­tur für Arbeit Rhei­ne), Dag­mar Schwer­mann (Lei­te­rin Dia­ko­nie­sta­ti­on), Bern­hard Jäsch­ke (Geschäfts­füh­rer des Ler­nen för­dern e.V. Kreis­ver­band Stein­furt), Ste­fan Zim­mer­mann (Dia­ko­nie-Vor­stand), Lud­ger Lünen­borg (stv. Geschäfts­füh­rer des Ler­nen för­dern e.V. Kreis­ver­band Stein­furt) und Schirm­herr Land­rat Dr. Klaus Effing.