Dia­ko­ni­sches Werk Teck­len­burg betei­ligt sich an Akti­ons­tag zur Besei­ti­gung von Gewalt gegen Frau­en am 25. November

Gewalt gegen Frau­en wird immer noch zu häu­fig igno­riert oder baga­tel­li­siert – und genau des­halb spre­chen Betrof­fe­ne nicht über das Erleb­te. „Lei­der erle­ben Betrof­fe­ne immer wie­der, dass Ange­hö­ri­ge, Freun­de, Fach­kräf­te und Behör­den ihre Aus­sa­gen anzwei­feln, ihnen eine (Teil-) Schuld unter­stel­len oder die Taten ver­harm­lo­sen. So tra­gen sie unge­wollt zur Auf­recht­erhal­tung der Gewalt bei“, erklärt Manue­la Klei­ne von der Frau­en­be­ra­tungs­stel­le des Dia­ko­ni­schen Werks Teck­len­burg. „Fakt ist aber“, so Klei­ne wei­ter, „dass 90% der Täter ganz genau wis­sen, was sie tun, dass die Aus­sa­gen der Betrof­fe­nen wahr sind und Gewalt eine Straf­tat ist.“ Unter dem Mot­to „Wir bre­chen das Schwei­gen!“ betei­li­gen sich die Frau­en­be­ra­tungs­stel­le und die Fach­be­ra­tungs­stel­le gegen sexua­li­sier­te Gewalt des Dia­ko­ni­schen Werks Teck­len­burg am inter­na­tio­na­len Akti­ons­tag gegen Gewalt an Frauen.

Anfang die­sen Monats wur­de die aktu­el­le poli­zei­li­che Kri­mi­nal­sta­tis­tik zur (Ex-) Part­ner­schafts­ge­walt 2019 ver­öf­fent­licht und die Zah­len sind scho­ckie­rend: Im Jahr 2019 wur­de fast jeden drit­ten Tag eine Frau durch die Tat ihres (Ex-) Part­ners getö­tet. Alle 45 Minu­ten wur­de eine Frau in Deutsch­land durch ihren (Ex-) Part­ner ver­letzt oder ange­grif­fen. Vier von fünf von Gewalt in der Part­ner­schaft betrof­fe­ne Per­so­nen sind Frau­en. Seit 2015 stei­gen die Fäl­le von Gewalt an Frau­en in Part­ner­schaf­ten ste­tig an. Die bekannt­ge­wor­de­nen Straf­ta­ten rei­chen dabei von Stal­king und Bedro­hung über kör­per­li­che Angrif­fe und Ver­ge­wal­ti­gung bis hin zu Tot­schlag oder Mord(-versuchen). Die meis­ten die­ser Straf­ta­ten fin­den in der eige­nen Woh­nung der Opfer und somit im Ver­bor­ge­nen statt, wes­halb Expert*innen davon aus­ge­hen, dass 75–80 Pro­zent der Fäl­le gar nicht akten­kun­dig wer­den. „Die betrof­fe­nen Frau­en trau­en sich häu­fig nicht, Anzei­ge zu erstat­ten, sei es zum Bei­spiel aus Scham, Angst vor wei­te­rer Gewalt oder finan­zi­el­ler Abhän­gig­keit“, erläu­tert Ria Mes­ter von der Fach­be­ra­tungs­stel­le gegen sexua­li­sier­te Gewalt.

Die Mit­ar­bei­te­rin­nen in Rhei­ne wol­len betrof­fe­nen Frau­en und Mäd­chen Mut machen und zei­gen, dass sie nicht allei­ne sind. Sie bera­ten, unter­stüt­zen und beglei­ten Frau­en aus dem gesam­ten Kreis Stein­furt auf ihrem Weg in ein selbst­be­stimm­tes und gewalt­frei­es Leben. Das Ange­bot ist kos­ten­los und auf Wunsch anonym.

Kon­takt:
Frau­en­be­ra­tungs­stel­le
Müns­ter­mau­er 3, 48431 Rheine
Tel.: 05971/800 73 70
Mail: frauenberatungsstelle@dw-te.de

Fach­be­ra­tungs­stel­le gegen sexua­li­sier­te Gewalt
Müns­ter­stra­ße 48, 48431 Rheine
Tel.: 05971/ 800 92 92
Mail: fachberatung-gewalt@dw-te.de


Unter dem Mot­to “Schwei­gen bre­chen!” betei­li­gen sich Mit­ar­bei­ten­de aus allen Berei­chen des Dia­ko­ni­schen Werks und Geschäfts­füh­rer Ste­fan Zim­mer­mann an der Akti­on des Hil­fe­te­le­fons zum Akti­ons­tag gegen Gewalt an Frauen: