Akti­ons­tag der Sucht­be­ra­tung
„Kom­mu­nal wert­voll!“ – Sucht­be­ra­tungs­an­ge­bo­te vor Ort kön­nen Leben ret­ten, trotz­dem fehlt die Finan­zie­rung.

Lengerich/ Teck­len­bur­ger Land. Kom­mu­na­le Sucht­be­ra­tungs­stel­len errei­chen bun­des­weit mehr als eine hal­be Mil­li­on Sucht­kran­ke und ihre Ange­hö­ri­gen. Sie unter­stüt­zen, bera­ten und sta­bi­li­sie­ren Men­schen mit Such­ter­kran­kung und deren Ange­hö­ri­ge sowohl in Kri­sen, als auch in dau­er­haft her­aus­for­dern­den Lebens­si­tua­tio­nen – und den­noch sind vie­le Bera­tungs­stel­len unter­fi­nan­ziert. Anläss­lich des bun­des­wei­ten Akti­ons­tags der Sucht­be­ra­tung will die Bera­tungs­stel­le Sucht des Dia­ko­ni­schen Werks Teck­len­burg auf die Not­wen­dig­keit loka­ler Bera­tungs­an­ge­bo­te hin­wei­sen. Außer­dem soll auf die Dring­lich­keit einer (Weiter-)Finanzierung von Bera­tungs­an­ge­bo­ten für Men­schen mit Such­ter­kran­kung und Men­schen, die sucht­ge­fähr­det sind, auf­merk­sam gemacht wer­den.

Besonders in Kri­sen­zei­ten ist es wich­tig, loka­le und leicht zugäng­li­che Ange­bo­te für Such­ter­krank­te und Per­so­nen mit Sucht­po­ten­ti­al anzu­bie­ten. Exper­ten der Para­cel­sus Uni­ver­si­tät Nürn­berg, der medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver und der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg war­nen vor einer Zunah­me des Alko­hol- und Tabak­kon­sums wäh­rend der anhal­ten­den Pan­de­mie. Frü­he­re Epi­de­mien haben bereits gezeigt, dass der damit ver­bun­de­ne Stress das Sucht­ver­hal­ten und somit z.B. einen ris­kan­ten Kon­sum von Tabak und Alko­hol för­dern kann. Im April die­sen Jah­res führ­ten die Exper­ten der medi­zi­ni­schen Fakul­tä­ten eine anony­me Online-Befra­gung zur Ver­än­de­rung der Alko­hol- und Tabak­kon­sum­ge­wohn­hei­ten in der All­ge­mein­be­völ­ke­rung wäh­rend des Lock­downs durch. 37,4% der 2150 Befrag­ten gaben dabei an, seit Beginn der Kon­takt- und Aus­gangs­be­schrän­kun­gen mehr Alko­hol zu kon­su­mie­ren. Auch Raucher*innen agier­ten anders im Lock­down: 42,7% der Befrag­ten gaben an, auf Grund der ver­än­der­ten Lebens­be­din­gun­gen häu­fi­ger zur Ziga­ret­te oder E‑Zigarette zu grei­fen.

Gera­de in Kri­sen­zei­ten wie die­sen ist es wich­tig, dass sich Hil­fe­su­chen­de an die Bera­tungs­stel­len vor Ort wen­den kön­nen: „Sucht-Hilfs­an­ge­bo­te sind sys­tem­re­le­vant. Wenn die loka­len Hilfs­an­ge­bo­te weg­fal­len, ste­hen Betrof­fe­ne und ihre Fami­li­en allei­ne da.“, beto­nen die Mit­ar­bei­ten­den der Sucht­be­ra­tung des Dia­ko­ni­schen Werks Teck­len­burg. So schwie­rig die dau­er­haf­te Finan­zie­rung auch ist — ohne kom­mu­na­le Anlauf­stel­len geht es nicht, da sind sich die Expert*innen einig: „Eine kom­pe­ten­te, wohn­ort­na­he Bera­tung ist häu­fig der ers­te Schritt aus der Sucht zurück in ein gesun­des Leben.“

Die Bera­tung der Bera­tungs­stel­le Sucht in Len­ge­rich ist kos­ten­los und berät sowohl bezüg­lich stoff­ge­bun­de­ner (z.B. Alko­hol, Tabak, Medi­ka­men­te und ille­ga­le Dro­gen) als auch nicht stoff­ge­bun­de­ner (z.B. Glücks- und Com­pu­ter­spiel) Süch­te. Die Mit­ar­bei­ten­den unter­lie­gen der gesetz­li­chen Schwei­ge­pflicht. Um dem Bera­tungs­be­darf ent­spre­chen zu kön­nen, bie­tet die Bera­tungs­stel­le Sucht auch tele­fo­ni­sche und Online-Bera­tung an. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen dazu fin­den Sie auf der Web­site des Dia­ko­ni­schen Werks Teck­len­burg.


Kon­takt:

Bera­tungs­stel­le Sucht
Dia­ko­ni­sches Werk im Ev. Kir­chen­kreis Teck­len­burg e.V.
Stet­ti­ner Str. 25, 49525 Len­ge­rich
Tel: 05481 / 3054280
Email: suchtberatung@dw-te.de

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