44. Jah­re Bera­tungs­stel­le Sucht in Len­ge­rich: Sucht darf kein Tabu­the­ma sein 

Len­ge­rich. Die Bera­tungs­stel­le Sucht des Dia­ko­ni­schen Werks Teck­len­burg fei­ert 44 ‑jäh­ri­ges Jubi­lä­um – bereits seit 44 Jah­ren bie­tet die Bera­tungs­stel­le im Auf­trag des Krei­ses Stein­furt für Ein­zel­ne, Paa­re und Fami­li­en mit Sucht­pro­ble­men Bera­tung und Behand­lung an. 44 Jah­re Sucht­be­ra­tung sei­en zwar eine Schnaps­zahl, jedoch defi­ni­tiv kei­ne Schnaps­idee, bestä­tigt Ulla Voß-Jou­bert, Lei­te­rin der Bera­tungs­stel­le, lachend.

Lan­ge Zeit wur­den Alko­ho­li­ker in der Bevöl­ke­rung nicht als krank, son­dern als cha­rak­ter­schwach ange­se­hen. Men­schen, die Dro­gen nah­men, wur­den häu­fig stig­ma­ti­siert und gemie­den. „Sucht war und ist teil­wei­se noch heu­te ein Tabu­the­ma“, muss Ulla Voß-Jou­bert fest­stel­len. „Damals in den spä­ten 70er Jah­ren setz­te man zum gro­ßen Teil auf Auf­klä­rung durch Abschre­ckung. Erst in den 80er Jah­ren hat eine Wel­le der objek­ti­ven Wis­sens­ver­mitt­lung begon­nen“. Zu den “klas­si­schen Such­ter­kran­kun­gen” wie Alkohol‑, Medi­ka­men­ten- oder Dro­gen­ab­hän­gig­kei­ten kamen immer mehr neue Sucht­bil­der hin­zu, auch bei Ess­stö­run­gen oder Spiel­sucht kön­nen sich Rat­su­chen­de in der Bera­tungs­stel­le Hil­fe suche. Voß Jou­bert betont: „Immer noch gibt es zu vie­le Schick­sa­le, die in unse­rer leis­tungs­ori­en­tier­ten Gesell­schaft über­se­hen wer­den. Jedes ein­zel­ne Schick­sal ist wich­tig. In der Bera­tungs­stel­le in Len­ge­rich bekommt jede Per­son die Unter­stüt­zung, die er oder sie benö­tigt, von absti­nenz­ori­en­tier­ter zu sucht­be­glei­ten­der Hilfe.“

Im Auf­trag des Krei­ses Stein­furt bie­tet die Bera­tungs­stel­le Unter­stüt­zung und Behand­lung für Ein­zel­per­so­nen, Paa­re und Fami­li­en mit Sucht­pro­ble­men. Dar­über hin­aus gestal­ten sie die Sucht­prä­ven­ti­on für Schul­klas­sen, Jugend­ver­bän­de oder auch Betrie­be im Ein­zugs­ge­biet. Zudem bie­ten die Mit­ar­bei­ten­den der Sucht­be­ra­tung nied­rig­schwel­li­ge Ange­bo­te wie Sprech­stun­den in Sucht­kli­ni­ken oder Begeg­nungs­an­ge­bo­te wie das „Café mit Aus­sicht“ und das „Offe­nen Wohn­zim­mer“ an. „Die­se Grup­pen­an­ge­bo­te rich­ten sich an Erwach­se­ne jeden Alters, die den Aus­tausch suchen, Frei­zeit ver­brin­gen, Kon­tak­te knüp­fen und neue Leu­te ken­nen­ler­nen möch­ten“, so Voß-Joubert.

Nach 44 Jah­ren blickt das Team der Sucht­be­ra­tung auf unzäh­li­ge erfolg­rei­che Bera­tungs­ge­sprä­che mit Betrof­fe­nen und Mit­be­trof­fe­nen zurück. „Dass wir immer wie­der Men­schen erfolg­reich hel­fen kön­nen und ihnen einen Weg zurück in ein absti­nen­tes, erfüll­tes und sinn­be­haf­te­tes Leben zei­gen — genau die­se Erfol­ge sind ein Grund, stolz auf unse­re Arbeit zu sein“, resü­miert die Lei­te­rin der Bera­tungs­stel­le die Arbeit der letz­ten 44 Jahre.

Bera­tungs­stel­le Sucht
Stet­ti­ner Stra­ße 25, 49525 Lengerich
Tel.: 05481/3054280
Email: suchtberatung@dw-te.de

 

Das Team der Sucht­be­ra­tung in Lengerich